B.o.B - Underground Luxury - Cover
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B.o.B Underground Luxury


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 58 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das in Europa kaum wahrgenommene dritte Album des poppigen Rappers.

„Underground Luxury“, das dritte offizielle Studioalbum von Bobby Ray Simmons Jr. Alias B.o.B (26), erschien in den USA bereits im Dezember 2013. Völlig unerwartet konnte es die Erfolgsgeschichte der beiden Vorgänger „B.o.B Presents: The Adventures Of Bobby Ray“ (04/2010, 600.000 verkaufte Einheiten in den USA) und „Strange Clouds“ (05/2012, 300.000 verkaufte Einheiten in den USA) mit gerade einmal 100.000 abgesetzten Alben bis Ende des Jahres 2014 nicht fortführen. Dies dürfte auch der Grund dafür sein, dass das Atlantic-Label die europäische Promotion-Arbeit für „Underground Luxury“ fast vollständig ausgesetzt hat und die Platte bis zum heutigen Tag lediglich als Import zu erhalten ist.

Dieses Verhalten der Majors ist nicht ungewöhnlich. Dort wo sich ein Flop abzeichnen könnte, werden sofort die Mittel abgezogen und die Arbeit eingestellt. Derjenige, der das Album dennoch haben möchte, wird – über das Internet gut unterrichtet – die gängigen Möglichkeiten ausnutzen (legaler Download, Importware) und an der deutschen Chart-Ermittlung vorbei an die gewünschte Musik kommen. Für den Künstler bedeutet dies im Hinblick auf Chart-Platzierungen den nächsten Flop und damit eine Spirale, aus der nur schwer wieder herauszukommen ist.

Darüber hinaus bietet B.o.B auch musikalisch genügend Angriffsfläche, um den Hörer mit seinem zwischen HipHop und Dancefloor-Pop angesiedelten Sound zu polarisieren. So legt der Coldplay-Fan auch auf „Underground Luxury“ wieder mehr Wert auf Melodien, als auf fette Beats, die freilich auch vorhanden sind, aber längst nicht so im Vordergrund stehen wie bei reinrassigen HipHoppern. Trotz Features wie Chris Brown, 2 Chainz und T.I. geht die Reise deshalb schon sehr früh in eine stilistische Richtung, die der eines David Guetta nicht mehr sehr fern ist („Paper route“, „Ready“).

Mit diesem von missglückten Pop-Einflüssen verwässerten HipHop („Coastline“, „John Doe“, „Nobody told me“) und kaum authentischen Old-School-Annäherungen („Back me up“, „Headband“, „We still in this bitch“), von denen qualitativ weder das eine noch das andere in die Reichweite der Vorgängeralben gelangt, langweilt B.o.B von Anfang bis Ende und unterstreicht damit nachdrücklich, warum selbst dem Label das Vertrauen in „Underground Luxury“ fehlt.

Anspieltipps:

  • One day
  • Flymuthaf**ka
  • Nobody told me
  • We still in this bitch

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