Dr. Dog - B-Room - Cover
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Dr. Dog B-Room


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
10/10 Leserwertung Stimme ab!

Dr. Dog serviert eine Melange aus Blue Eyed Soul, Indie-Folk und Soft-Rock. Lecker!

Jim James von My Morning Jacket war es, der Dr. Dog nach ihrem zweiten Album „Toothbrush“ (2002) bat, mit seiner Band auf Tour zu gehen. Mit ihrem 2004er-Album „Easy Beat“ wurden die Kritiker auf die Band aus Philadelphia aufmerksam und auch das geneigte Publikum nahm sie zunehmend mit Wohlwollen auf. Dr. Dog sind Scott McMicken (E-Gitarre, Gesang), Toby Leaman (Bass, Gesang), Zach Miller (Keyboard), Frank McElroy (Rhythmusgitarre) und die beiden Schlagzeuger Eric Slick und Dimitri Manos. Ihr neues Album sehen Dr. Dog als Soul-Album, hierzu McMicken: „Für mich ist das Gütesiegel der Soul-Musik, dass die Arrangements eher simpel denn virtuos sind und dass der Klang ein Gefühl erzeugt, das eher intuitiv als intellektuell ist.“

Dabei spielen Dr. Dog ihre Soul-Musik im Geiste von The Band, jedoch nicht ausschließlich. Der Opener „The Truth“ beispielsweise orientiert sich weitestgehend am speziellen Stil, der Gamble and Huff-Produktionen nachgesagt wird. Gamble and Huff waren Pioniere des Philadelphia Souls der 70er-Jahre und wurden 2008 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Zudem gesellen sich beim Hundedoktor Elemente des Soft- und Yacht-Rock, wie wir sie von The Doobie Brothers oder den späten Fleetwood Mac kennen, hinzu. Aber auch Indie-Pop/Rock und Americana wird den Kompositionen beigemischt, so dass der moderne Anstrich nicht ausbleibt.

Die vorzügliche Instrumentierung und der Doppelgesang sind dabei die immer wiederkehrenden Merkmale und lassen „B-Room“ zu einem Hörvergnügen werden. Da wird gefiedelt, die Keyboardtasten und Gitarrensaiten mit Leidenschaft bedient und den Rhythmen Variabilität beigebracht. Das Gebläse („Long Way Down“) hat natürlich Soul und sorgt für ein noch dichteres Klangbild. Selbst die intensive Akustikballade bleibt nicht aus, „Too Weak To Ramble“ wird mit Inbrunst intoniert.

Dr. Dog verstehen es weiterhin, vielschichtige Kompositionen auf leichtfüßige Weise zu interpretieren, Musik für Kopf und Bauch zu spielen. Ist das nun Blue Eyed Soul? Schunkel-Folk? Indie-Pop? Von all dem ein wenig und doch viel mehr. Eine Platte, die sich ganz langsam von hinten heranschleicht und plötzlich im Kopf ist, wo sie noch eine ganze Weile bleibt. Doktor Hund bitte in Zimmer B zur Musiktherapie!

Anspieltipps:

  • The Truth
  • Too Weak To Ramble
  • Long Way Down
  • Rock & Roll

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