Justine Electra - Green Disco - Cover
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Justine Electra Green Disco


  • Label: Neun Volt Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Elektronischer Indie-Folk-Pop-Rock für eine überschaubare Fanschar.

Mehr als sieben Jahre ist es inzwischen her, dass eine gewisse Justine Electra (35) via City Slang ihr Debütalbum „Soft Rock“ (06/2006) auf den Markt brachte und dafür großes Kritikerlob erntete. Doch genauso schnell, wie der Stern der Wahl-Berlinerin aus Melbourne, Australien, im Indie-Sektor aufgestiegen war, sank er auch wieder und geriet allmählich in Vergessenheit. Dass zwischendurch noch ein paar Singles und EPs herauskamen, hat kaum noch jemand groß zur Kenntnis genommen. Mit der ziemlich überraschenden Veröffentlichung ihres zweiten Longplayers „Green Disco“ könnte es sich ähnlich verhalten.

Zwar erinnert sich eventuell noch der eine oder andere dunkel an den Namen Justine Electra und dass es da ein Album gab, das zwischen Folk, Pop, R&B und Rock behände hin und her sprang, doch kann dies letzte Nerd-Häufchen für eine messbare Nachfrage sorgen? Schließlich fängt fast jeder Künstler nach so einer langen Zeit ohne (Achtung: Plattenfirmendeutsch!) „Produkt auf dem Markt“, in der öffentlichen Wahrnehmung wieder bei null an. So auch Justine Electra, die sich auf „Green Disco“ – wie schon auf ihrem Erstlingswerk – scheinbar an keine Stilart gebunden fühlt und munter zwischen den Stühlen, äh, Stilen herumrutscht.

Eingebettet in eine unterschwellige LoFi-Attitüde, die mit verspielten elektronischen Elementen, Geräuschen von Menschen, Tieren und Maschinen sowie der liebreizenden Stimme Electras versetzt ist, entwickelt sich aus den elf Stücken, die zwischen schön und ganz schön schräg pendeln, ein Werk, das wie aus Kurzgeschichten zusammengesetzt scheint und doch keinem roten Faden folgt. Potenzielle Hitsingles wie auf dem Debüt, die freilich keine wurden, fehlen dabei vollständig. Und so wird „Green Disco“ noch mehr als „Soft Rock“ zu einem Album für eine überschaubare Fanschar, die sich an elektronischem Indie-Folk-Pop-Rock erfreut.

Anspieltipps:

  • Petting zoo
  • Boozy shoes
  • Nippon darkness
  • DJ save the animals
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