Heated Land - Heated Land - Cover
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Heated Land Heated Land


  • Label: K&F Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ob Bob Dylan sich hiervon geschmeichelt fühlen würde?

Heated Land haben klare Ziele für ihr selbstbetiteltes Album gesteckt. Die Sehnsucht nach Freiheit soll beschrieben werden. Am besten mit einer rohen, ehrlichen Stimme, wie es Bob Dylan für das Singer/Songwriter-Genre geprägt hat. Dieser Vergleich bietet sich besonders an, da das Dresdner Projekt oftmals zumindest den Gesang nachzuahmen versucht, dabei allerdings selten große Tiefe und melodiöse Schönheit erreicht. Stattdessen fühlt sich „Heated Land“ schnell wie ein Tribut vor Vorbildern an und nicht wie ein eigenständiges Stück Musik. So angenehm einige der Tracks auch klingen, bleiben sie nie im Ohr und verschwinden auf der Autofahrt nach Hause gleich wieder aus dem Kopf.

Teils muss schon auf penetrante Wiederholung gesetzt werden, sodass der Hörer wie in „To Ronda“ gar nicht anders kann, als „number and numbers of cigarettes“ mitzumurmeln oder zu „Wizards“ zu brummen. Irgendwann ist es allerding gut mit den immer wieder gleichen Hooklines, die am Ende doch nicht hängen bleiben wollen. Dann stellt man sich als Hörer die Frage, was dieses Album eigentlich erzählen will, und auch wenn das Prinzip der Freiheit sich in melancholisch sehnsüchtigen Melodien wie in „Smashed Glass“ immer wieder erkennen lässt, ist es schwer zu erraten, welche Botschaft das einzelne Lied für sich mitbringt. Das Thema Freiheit allein stemmt die meisten Lieder nämlich nicht.

Auch wenn das Album sicherlich im Hintergrund laufen kann, ohne einer Menschenseele auf den Geist zu gehen, darf man nicht über die Unzulänglichkeiten hinwegsehen. Der Charme der Songs klingt oft ausgeborgt und wiederverwendet und nicht selten kommt statt Charme ein wenig Scham hinzu, wenn sich auf gesanglicher Ebene schlichtweg verhoben wird. Wenn der Funken auch nur einmal wirklich überspringen würde, hätte sich „Heated Land“ schon gelohnt, da es nicht genug solcher Musik gibt. Leider reicht die Hingabe der Musiker allein jedoch nicht, sodass es bei unscheinbarer Musik für das ruhige Café nebenan bleibt.

Anspieltipps:

  • Rye Fields
  • To Ronda
  • The More We Ride On

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