Damnation Angels - Bringer Of Light - Cover
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Damnation Angels Bringer Of Light


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der erste Stein, den eine Band für einen zukünftigen großen Wurf benötigt.

Hier ein leicht provokantes Statement: Die Damnation Angels sind die vielleicht beste Kamelot-Kopie aller Zeiten. Das mag vorerst negativ klingen, doch dies ist es keinesfalls. Denn während andere Bands sich einen Ast abbrechen, haben Damnation Angels alles, was ein Vertreter des Symphonic Power Metals benötigt. Klar, auch in diesem Genre wird es gerne gesehen, wenn noch Akzente gesetzt werden können und gerade das sollte die größte Hürde darstellen. Aber mehr als sonst wo muss das ganze Drumherum stimmen. Und das schafft die britisch-norwegische Freundschaft definitiv. Das Keyboard-Orchester klingt überraschend organisch, die Songs sind clever geschrieben, melodisch, komplex. Und mit dem YouTube-Star Per Fredrik Åsly aka PelleK haben die Damnation Angels einen der vielleicht vielversprechendsten Metal-Frontmänner unserer Zeit hinter das Mikro gestellt. Zusammen mit ihm sollte das Bandkarussell der jüngeren Vergangenheit unbedingt anhalten: in der jetzigen Formation bestehend aus Stephen Averill (Bass), John Graney (Schlagzeug), Will Graney (Gitarre, Orchestrierung) und eben PelleK spielt die Band nach der EP „Shadow Symphony“ (2009) ihr Debüt „Bringer Of Light“ ein. So kann es gerne bleiben, das passt, das macht ohne Frage Lust auf mehr!

Ja, „Bringer Of Light“ funktioniert durchweg gut. Es sind die pompös, klimatisch aufgebauten und opulenten, beinahe einen Rahmen bildenden Longtracks „The Longest Day Of My Life“ und „Pride (The Warrior's Way)“, welche diese junge Band vom Gros der Veröffentlichungen absetzt. Besonders die zweitgenannte Komposition greift mit traditionellen Trommeln und einem Shamisen auf japanischen Folk zu - eine mehr als dankbare Sache, da so was bis auf Ausnahmen, die man an einer Hand abzählen kann, völlig unverbraucht ist. Ebenfalls unverbraucht ist die Idee „No Leaf Clover“ von Metallica zu covern. Neben den üblichen Verdächtigen der frühen Jahre ist das mal wirklich was anderes und passt zu der musikalischen Ausrichtung der Damnation Angels wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Verdammt, dieser Song ist ja nicht mal ein Track eines Metallica-Studioalbums. Stark, wirklich stark, eine tolle und intelligente Wahl!

Die restlichen Songs auf „Bringer Of Light“ bleiben dann hinter den drei genannten, sehr großen Ausrufezeichen ein wenig zurück, sind aber alleine auf der handwerklichen Ebene immer noch stark genug, um ähnliche Bands zum Frühstück zu verputzen. „Reborn“ und „I Hope“ gestalten sich als ungewöhnlich verschachtelte Single-Kandidaten, von denen besonders „I Hope“ als goldene Mitte von Kamelot und Nightwish überzeugt. Die Orchester-Konserve führt, Band und Sänger folgen - und das funktioniert besser, als sich so mancher vorstellen mag. „Acerbus Inceptum“, „Someone Else“, „Bringer Of Light“ und „Shadow Symphony“ schlagen dann voll und ganz in die Kerbe der neuen Kamelot. Gesplittete Songs wie „Prodigal Son“ („Silverthorn“, 2012) und „Elizabeth“ („Karma“, 2001) standen hier mehr als deutlich Pate. Freunde des gepflegten Bombast-Metals bekommen hier die volle Breitseite. Während sich andere Bands im Laufe ihrer Karriere erst langsam voran tasten, schießen die Damnation Angels bereits auf ihrem Debüt aus allen Rohren. Diese Buben haben ihr Genre definitiv verstanden.

Dadurch wird „Bringer Of Light“ zum heißen Geheimtipp für Liebhaber des Symphonic Metals. Ein bisschen weniger Kamelot und mehr Mut dürfen die zerstörerischen Engel in Zukunft allerdings gerne mitbringen. Dass dies ohne Frage funktioniert, zeigen nicht wenige Passagen des Albums, welche das individuelle Songwriting bezeugen. Ein Kamelot-Klon zu sein, hat die Band auch gar nicht nötig. Aber selbst wenn: an dieser Aufgabe scheitert jede zweite drittklassige Gruppe direkt. Die Damnation Angels scheitern nicht. Sie setzten mit ihrem ersten Album eine Basis, auf welcher sie unbedingt aufbauen müssen und welche mit Sicherheit noch viele Überraschungen in petto hat! Freunde von Symphonic Metal dürfen die Band keinesfalls übersehen und freuen sich über einen vielleicht neuen Stern am Genrehimmel.

Anspieltipps:

  • The Longest Day Of My Life
  • I Hope
  • Part II: Someone Else
  • No Leaf Clover
  • Pride (The Warrior's Way)

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