Civil War - The Killer Angels - Cover
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Civil War The Killer Angels


  • Label: Despotz/CARGO
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ehemalige Sabaton-Mitglieder gründen Sabaton neu. Nur unter neuem Namen. Nicht mehr und nicht weniger!

Zuerst bauen sich Sabaton nach und nach ihren Weltruhm auf, vulkanisieren alle großen Festivals und werden von ihren Fans als nie dagewesenes Phänomen (ähem...) gefeiert und dann wandert einfach mal die komplette Band ab. Sabaton-Fronter Joakim Brodén und Bassist Pär Sundström müssen richtig dumm aus der Wäsche geguckt haben. Mittlerweile ist die Band komplett ausgewechselt und weiterhin dick im Business. Doch was ist mit den abtrünnigen Söhnen Daniel Mullback (Schlagzeug), Daniel Mÿhr (Keyboard) sowie den Gitarristen Oskar Montelius und Rikard Sundén? Die holen sich einfach einen neuen Sänger und Bassisten und machen unter dem Namen Saba...äh, Civil War weiter. Punkt! Aus! Ende! Basta! Das war's auch schon.

Sabaton 2.0? Vielleicht wäre das ein wenig zu einfach und im Sinne der abgewanderten Mannschaft auch reichlich unsinnig. Die ernüchternde Antwort ist aber tatsächlich, dass sich in dieser Hinsicht kaum etwas getan hat. Wobei: warum ernüchternd? Der Hörer merkt ganz klar die musikalischen Wurzeln von Civil War und gerade die sind eben das größte Argument. Stampfenden Power Metal gibt es ebenso wie das mittlerweile recht eng sitzende Korsett der lyrischen Verarbeitung von Kriegsthematiken. Freunde von Sabaton kriegen da bereits feuchte Augen, dem langjährigen Kenner von Power Metal wird Civil Wars Erstling „The Killer Angels“ wahrscheinlich zu festgefahren und stagnierend sein - immerhin gibt es besonders im Subgenre nicht gerade wenige Alternativen, die es etwas smarter anpacken. Gut machen es die ex-Sabatons, der Neu-Bassist Stefan „Pizza“ Eriksson und Frontmann Patrik Johansson (Astral Doors, Wuthering Heights, Lion's Share) aber dennoch und sollten mit einigen echten Smashern jede metallische Partyplaylist ordentlich aufwerten.

Civil War können gar nicht anders. Denn sie verlassen sich auf die bereits bekannten Zutaten, die ihre Interpretation von Power Metal irgendwo zwischen erzkonservativ und zu Recht bewährt platzieren. Die Single „Saint Patrick's Day“, das pompöse Power-Metal-Geschwader „Rome Is Falling“ und ganz besonders das mit einer genialen Punchline gesegnete „I Will Rule The Universe“ nisten sich förmlich in den Gehörgängen ein und sollten vor allem live nochmal extra etwas rausholen können. Fast schon überraschend ist der kurze AOR-Flirt in „Lucifer's Court“, Nummern wie der Opener „King Of The Sun“, das zünftige „My Own Worst Enemy“ und das recht opulente „Gettysburg“ dagegen bieten gewohnte Kost und machen als stampfende Traditions-Metaler Spaß. Maideneske Momente („Brother Judas“) und Up-Tempo-Hymnenhaftigkeit („Sons Of Avalon“) gehen ebenfalls auf Nummer sicher. Sabaton-Fans wissen, was sie zu erwarten haben und werden es bekommen - wer allen Ernstes behauptet, Civil War würden in musikalischer Hinsicht einen komplett anderen Weg als der Vorgänger gehen, der belügt sich einfach selbst. Diese Band wäre auch dumm, keinen Fanservice zu betreiben.

Außer Patrik Johansson am Mikro unterscheiden sich Civil War nämlich kaum von Sabaton. Und selbst in musikalischer Hinsicht ist das Konzept nur kurz weitergedacht und eine der logischen Konsequenzen, für die sich auch Sabaton hätten entscheiden können, um nicht zu stagnieren. Gesanglich befindet sich Johansson mehr denn je irgendwo zwischen Udo Dirkschneider und St. Dio, was einen erheblichen Kontrast zum raubeinigen Joakim Brodén darstellt. Das bleibt dann auch die größte Geschmacksfrage. Civil War verzichten ansonsten auf Kompromisse und machen da weiter, wo sie als Sabaton aufgehört haben. Nur mit einem anderen Sänger, unter einem anderen Namen und ohne den erarbeiteten Erfolg. Die Zielgruppe wird dagegen fast schon lächerlich offensichtlich angepeilt und wird mit „The Killer Angels“ richtig viel Freude haben. Genre-Revolutionäre sind die Schweden aber immer noch nicht. Klar, das müssen sie auch gar nicht; stellenweise wirkt das Ganze dann doch ein wenig bieder.

Anspieltipps:

  • Saint Patrick's Day
  • Rome Is Falling
  • I Will Rule The Universe
  • Lucifer's Court
  • My Own Worst Enemy

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