Grand Magus - Triumph And Power - Cover
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Grand Magus Triumph And Power


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Fight! Steel! Power! Hammer! Das bisschen True Metal steht den Schweden besser als erwartet.

So langsam aber sicher scheint kein Weg mehr an Grand Magus vorbei zu führen. Über die Jahre hat sich das Trio Janne „JB“ Christoffersson (Gesang, Gitarre), Mats „Fox Skinner“ Heden (Bass) und Ludwig Witt (Schlagzeug) zu einem echten Vorzeige-Act der schwedischen Metal-Szene gemausert, der irgendwo zwischen Tradition und Moderne ein großes Zielpublikum findet, sich stets neu erfinden kann und live zudem eine absolute (!) Wucht ist. In Sachen Qualität überrascht „Triumph And Power“ deshalb nur am Rande. Zum Glück! Mit der siebten Langrille greifen die drei Musiker diesmal in die Vollen und haben erneut die Argumente, welche Grand Magus stets vom Gros ihrer Genrekollegen absetzte.

Zum einen wäre da der mittlerweile vollends glückende und attraktive Mix aus Sabbath-Proto-Doom, traditionellem Heavy Metal mit allzu offensichtlichem NWoBHM-Augenzwinkern und bombastischer Hymnenhaftigkeit, welche von der Band astrein dargeboten und harmonisch verbunden wird. Und dann ist da der Frontmann JB, der gesanglich souverän wie eh und je ist. Die Intensität seiner schlichtweg überragenden Performance auf Ayreons „The Theory Of Everything“ (2013) erreicht er zwar nur selten. Doch dies sei eher der musikalischen Ausrichtung geschuldet und an dieser Stelle keine Kritik am Bandkopf und Frontmann. Denn seine Stimme ist variantenreich genug, um den Kompositionen von „Triumph And Power“ stets genug Farbe und Dynamik zu verleihen. Oder mit anderen Worten: Nur die wenigsten Bands leben so vom Gesang wie Grand Magus. Das ist besonders gut im Opener „On Hooves Of Gold“ sowie im Titeltrack zu hören, in denen JB zuerst seine tiefe Stimme ins Mikro haucht, nur um sich zum kraftvollen Metal-Propheten zu mausern. Das sind schmissige True-Metaler, wie sie Manowar schon lange nicht mehr hingekriegt haben und die überraschenderweise beweisen, dass True Metal immer noch spannend und neu zu entdecken sein kann.

„Steel Versus Steel“, „Fight“, „The Naked And The Dead“ sowie „Dominator“ dagegen werden rockend, unbekümmert und kurzweilig präsentiert. Stimmungsvolle Doom-Parts bleiben die Ausnahme, bringen die Kompositionen nicht aus dem Konzept und bleiben Auflockerungen. Der bereits erwähnte NWoBHM-Einschlag entfaltet sich und erinnert das eine oder andere Mal an Saxon, jedoch haben die Kompositionen am Ende genug Charakter, um als klare Nummern von Grand Magus identifiziert zu werden. Als klarer Kontrast halten dagegen atmosphärische Songs hin, die auch auf dem direkten Vorgänger „The Hunt“ (2012) eine gute Figur gemacht hätten. „Arv“ und das dazugehörige „Holmgång“ bilden eine tonnenschwere Einheit, das Schlusslicht „The Hammer Will Bite“ ist eine opulente Hymne, die immer wieder zwischen erhabenen True Metal, progressiven Arrangements und Retro-Doom hin und her pendelt.

Lediglich das akustische „Ymer“ ist ein kurzes Intermezzo, welches wie von einer Platte einer x-beliebigen Viking-Metal-Band geklaut wirkt und nur wenig Sinn macht. Das hätten sich Grand Magus irgendwie sparen können, denn das kurze Zwischenspiel hat keine größere Funktion und reißt nur unnötig raus. Trotzdem ist „Triumph And Power“ eine bombensichere Angelegenheit, die sich kein Freund von energiegeladenem Heavy Metal entgehen lassen sollte. Selbst wenn Grand Magus sicherlich keinen Preis für musikalische Innovation verdienen, fühlt sich ihr siebter Longplayer spannend und frisch an. Das liegt eventuell daran, dass die musikalische Ausrichtung des Trios bisher immer in Rotation gewesen ist. „Triumph And Power“ macht in diesem Fall keine Ausnahme und veredelt ein eigentlich abgegrastes Genre mit einer eigenen Note, ohne es zu verleugnen. Dieses Album ist ein Experiment, welches weitaus besser als einige der (jüngeren) Vergangenheit funktioniert und sicherlich eines der stärksten Alben der Schweden.

Anspieltipps:

  • On Hooves Of Gold
  • Triumph And Power
  • Holmgång
  • The Naked And The Dead
  • The Hammer Will Bite

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