Nashville Pussy - Up The Dosage - Cover
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Nashville Pussy Up The Dosage


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Damn right, this pussy's tight!

Zu Hülf, zu Hülf, die Prollos kommen! Die ungewaschene Pflaume des Southern Rocks ist wieder da und spendiert ihren Anhängern nach fast fünf Jahren einen neuen Longplayer. Blaine Cartwright und seine Ehemaus Ruyter Suys haben noch lange nicht genug und gehen nach Achtungserfolgen der Vergangenheit (der Song „Fried Chicken And Coffee“ wurde 1999 für den Grammy nominiert) und exzessiven Touren mit Größen wie Lynyrd Skynyrd oder ZZ Top wie gewohnt frisch und fröhlich an ihr sechstes Studioalbum heran.

Es war abzusehen: Nach den Alben „From Hell To Texas“ (2009) und „Get Some“ (2005) hat sich in musikalischer Hinsicht nicht wirklich viel getan. Für allzu große Experimente wären Nashville Pussy aber auch die falsche Band und so zieht sie das gewohnte Programm durch. Es ist nicht überraschend, dass „Up The Dosage“ somit voll und ganz funktioniert, die Band sich aber auch allmählich in eine Sackgasse bugsiert - oder zumindest damit droht, sich im Kreise zu bewegen. Zur Verteidigung der Nashville Muschi ist zu sagen, dass sie ihren Stil konsequent durchziehen und ihre Fanschar wohl auch genau das erwartet. Wer also von dreckigem Assi-Rock mit einer ironisch-frechen Attitüde nie genug kriegen kann, zieht sich die Denim-Latzhose an, sägt die Schrotflinte ab und lässt sich zu den zünftigen Klängen von „Up The Dosage“ den Nacken gar brutzeln. Du kennst Nashville Pussy noch nicht? Dann lies flugs weiter! Du weißt, was für Kanaillen Nashville Pussy wirklich sind? Dann hol dir die Scheibe oder lass es bleiben. Ganz einfache Kiste!

Räudige Motörhead-Dreckschleudern wie „The South's Too Fat To Rise Again“, „Spent“, und „Pillbilly“ machen die Sache klar. Subtil geht anders, Spaß macht's natürlich trotzdem. „Rub It To Death“ oder „Pussy's Not A Dirty Word“ mixen die erwähnten Motörhead mit fröhlich obszönem Punkrock der Marke Turbonegro und Molly-Hatchet-Südstaatenrock. Richtig aufhorchen lässt das mit einem virtuosen, ausufernden Gitarrensolo gesegnete „Beginning Of The End“, welches sich in Herz und Hüfte rockt, während der direkt folgende Titeltrack selbst im Vergleich zum restlichen Material nichts anderes als das Prädikat 'arschcool' verdient. „Hooray For Cocaine, Hooray Fortennessee“ wird mit Mandoline und Dobro als waschechter Country-Rocker präsentiert - so würden sich The BossHoss anhören, wenn sie authentisch wären. Schließlich sind der Blick in die Siebziger und dezente Doom- oder Stoner-Anleihen beinahe schon obligatorisch: Das dumpfe, verschwitzte „Till The Meat Falls Off The Bone“ und das mit einem Sabbath-Riff ausgestattete „White And Cloud“ funktionieren, wenngleich sie keinesfalls stellvertretend für den Sound Nashville Pussys stehen und lediglich eine Auflockerung bieten, die der Hörer gerne annimmt.

Denn „Up The Dosage“ ist wie erwartet ein überaus straightes und kurzweiliges Erlebnis, das zu keiner Zeit mehr sein will, als es wirklich ist. Da ist der europäische Release im Winter zumindest der einzig wirkliche Kritikpunkt, der bei diesem gewohnt unterhaltsamen Werk gewichtig wirkt. Sobald die warme Jahreszeit da ist, sieht es mit „Up The Dosage“ nochmal ganz anders aus. Beim Grillnachmittag werden Nashville Pussy für viele glückliche Gesichter sorgen und den ganzen Vegetariern, Ökofritzen und Gutmenschen gehörig den Arsch versohlen. Bei all den intellektuell erscheinenden, verkopften Acts muss es einfach einen Gegenpol geben. Dieses Album ist dreckig, fies und plakativ - und genau das soll es auch sein!

Anspieltipps:

  • Rub It To Death
  • Spent
  • Beginning Of The End
  • Up The Dosage
  • Hooray For Cocaine, Hooray Fortennessee
  • Pussy's Not A Dirty Word

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