Stephen Malkmus - Wig Out At Jagbags - Cover
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Stephen Malkmus Wig Out At Jagbags


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Jam-Session namens „Wig Out The Jagbags“.

„Wig Out The Jagbags“ macht thematisch den Anschein, als wäre es gern eine freigeistige Platte der 70er-Jahre. Titel wie „Houston Hades“, „Rumble At The Rainbo“ und „Cinnamon And Lesbians“ erinnern an Zeiten von „Lucy And The Diamond Sky“. Die Musik des neuen Malkmus-Werks hingegen erinnert an Wilco, was an sich schon mal nichts Schlechtes ist. Thematisch verspielt und musikalisch auf bodenständig interessantem Level könnte „Wig Out The Jagbags“ problemlos an die Qualität des letzten Albums heranreichen. Problematischerweise lässt Mastermind Malkmus aber immer wieder die Zügel schleifen und die Grenze zwischen lässig und fahrlässig wird deutlich.

Von Indie-Rock der besagten Wilco-Marke kann man kaum noch mehr erwarten als die geerdeten und coolen Arrangements in „Lariat“ und „Houston Hades“. Der 80er-Jahre Sound steht dem Album sehr gut. Es liegt auch nicht am Sound, dass das Album die Konzentration nicht hochhalten kann. Vielmehr schleichen sich viele Nummern mit einer Einfachheit an den Hörer heran, die an unfertige Jam-Sessions erinnert, anstatt an ausgeklügelte und überlegte Stücke. Das kann in forscher Energie münden, doch genauso können solche Lieder wegen fehlender Feinheiten an einem vorbeirauschen.

Genau dies passiert mit „The Janitor Revealed“, „J Smoov“ und „Cinnamon And Lesbians“ durchgehend und manche Tracks verlieren zumindest phasenweise den Fokus und lassen ihre im Grunde starken Melodien auf der Strecke (z.B. „Shibboleth“). Gerade aufgrund dieser immer wieder fehlenden Schliffe überrascht es dann, wenn selbst kurze Tracks wie „Rumble At The Rainbo“ und „Chartjunk“ wieder wie „Lariat“ von vorne bis hinten durchprogrammiert sind und jeder Moment zündet. Licht und Schatten sind derart wechselhaft auf diesem Album vertreten, dass man vielleicht einfach nicht zu viel darüber nachdenken sollte. Von Sonnenschein-Pop („Lariat“) zu Indie-Oper („Surreal Teenagers“) ist es nur ein kleiner Schritt. Die nicht geglückten Zwischenschritte sind wie einstudierte Fehler in einer Vorführung, die am Ende auf ihre Eigenheit besteht. Mission geglückt! Auch wenn man sich nicht sicher sein kann, ob das nun etwas durchweg Gutes ist.

Anspieltipps:

  • Lariat
  • Houston Hades
  • Rumble At The Rainbo

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