Painted Palms - Forever - Cover
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Painted Palms Forever


  • Label: Polyvinyl/CARGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
8.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Painted Palms haben großartige Ideen, setzen diese allerdings nur bedingt großartig um.

Bands können sich oft entscheiden, ob sie mit einem Genre oder einem ganz individuellen Stil verbunden werden möchten. Bands, die auf einen individuellen Stil setzen, lassen diesen in all ihren Liedern durchklingen und wechseln selten zwischen Stil- und Spielarten. In dieser Region siedeln sich auch Painted Palms an, die mit vollgestopften und vielschichtigen Arrangements unter anderem an die fantastischen Son Lux erinnern. Wo es Son Lux allerdings verstehen, ihren Melodien durch Bässe, Crescendi und klare Unterteilung Kanten zu verleihen, um die Tracks auseinanderhalten zu können, gleicht sich das Spiel der Painted Palms leider sehr schnell.

Der Auftakt ist dabei sehr vielversprechend. „Too High“ bietet eine stimmige Melodie, einen knackigen Rhythmus und erinnert durch den Einsatz von Tamburin und die hallende, weiche Gesangsstimme an The Shins. Bis auf eine leicht unterschiedliche Melodie kann sich allerdings schon „Here It Comes“ nicht prägnant vom Opener absetzen. Dass die Melodiebögen des Gesangs teilweise an „Pet Sounds“ der Beach Boys erinnern, wird natürlich positiv bemerkt, doch durch den Wust an Schichten verschwimmen die Lieder oft zu einer Grundstimmung, die man nur im Hintergrund wahrnimmt. Wirklich in den Vordergrund spielen sich die Melodien hingegen selten, und wenn sich doch grandiose Teile ausmachen lassen, werden diese vom unausgeglichenen Mix meist zurückgehalten, da die Überladung es schwer macht, die großen Momente hören und spüren zu können.

Während man es schon als Test auffassen könnte, „Here It Comes“ und „Not Really There“ auseinanderzuhalten, gibt es eben aber auch Momente, die sitzen. Allen voran der Titeltrack kann sich mit dunklerer, aber auch an den richtigen Stellen reduzierter Machart beweisen und erinnert an Arcade Fires elektronisch angehauchten Ausflüge. Gleiches gilt für die Space-Nummer „Spinning Signs“ und in anderer Form auch für das Retro-Pop-Stück „Empty Gun“. Wie die „Akustik“-Balladen „Angels“ und „Sleepwalking“ ins Konzept passen wollen, verrät uns die Band ebenfalls nicht.

Trotz der vielen namhaften Vergleiche muss man sich vor Augen halten, dass es sich bei Interpreten wie den Beach Boys und Son Lux in erster Linie um Messlatten handelt, an welche sich Painted Palms herantrauen, aber auch regelmäßig reißen. Zu oft lässt die Band sich zur Überfrachtung der Tracks verführen, womit die Lieder selten eine richtige Identität entwickeln können, sondern hinter Soundspielereien verloren gehen.

Anspieltipps:

  • Here It Comes
  • Forever
  • Spinning Signs

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