Banks - London EP - Cover
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Banks London EP


  • Label: Capitol/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 17 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Souliger Pop zwischen düsteren Sound-Landschaften.

Von der Psychologie-Studentin, die ihre Musik für sich behält, zum Opening Act für den R&B-Shootingstar The Weeknd. Jillian Banks ist auf dem besten Weg, selbst einer zu werden. Die Sängerin aus L.A. nistet sich gekonnt irgendwo zwischen R&B und Trip Hop ein, und wirkt - vor allem aufgrund ihrer ebenfalls sehr markanten Stimme - wie eine eingängige Alternative zur ebenso aufsteigenden Tahliah Barnett (FKA Twigs).

Jillian scheint mindestens genauso große Wellen zu schlagen. Ihre jetzt erschienene „London“ EP fährt auf Produzentenseite zumindest schon einiges an Namen auf. Neben Totally Enormous Extinct Dinosaurs, der schon die Single „Warm Water“ produzierte, geben sich hier Leute wie SOHN und Jamie Woon die Klinke in die Hand. Und allen gelingt es hervorragend, Banks' Stimme die richtige Bühne zu bieten.

Die EP eröffnet in „Waiting Game“ mit dezenter Pianospur und später einsetzenden, schleppenden Beats, die eine bedrückende Atmosphäre schaffen. Banks haucht darüber ein Lied über Einsamkeit und unsichere Liebe, wobei sie trotz definierter Stimme sehr zerbrechlich klingt. Genauso düster, wenn nicht sogar düsterer, verläuft Track zwei. Der subtile Vocoder fügt Banks in dem Song bereits rauer Stimme einen beunruhigenden Vibrato hinzu, der die Lyrics über Rache und Schadenfreude unterstreicht. Auch die krächzenden Bässe und der sehnsüchtige Gesang im Hintergrund verfehlen nicht ihre Wirkung.

Dabei beweist Banks in jedem Track die Vielseitigkeit ihrer Stimme. Tatsächlich geht „Bedroom Wall“ gegenüber den vorherigen Stücken und dem Closer ein wenig unter. Zu unscheinbar wirkt der dritte Song, zu sehr zerfließen die Vocals mit dem sphärischen Sound. Doch auch das ist ein Zeichen ihrer Fähigkeiten. Dafür wirkt „Change“ wieder etwas offener, Banks geht hoffnungsvoll aus sich heraus und verspricht, sie könne sich „ändern“. So verpasst sie der eher langsamen und bedrückenden EP noch einen lebhafteren Schluss, der thematisch aber genauso düster bleibt.

Die beiden herausstechenden Anfangsstücke der EP kann „Change“ aber auch nicht mehr toppen. Dafür ist „London“ ein in sich geschlossenes, zusammen passendes Werk, das auf mehr hoffen lässt. Dass das gut werden kann, hat Banks schon bewiesen.

Anspieltipps:

  • Waiting Game
  • This Is What It Feels Like

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