Angel Olsen - Burn Your Fire For No Witness - Cover
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Angel Olsen Burn Your Fire For No Witness


  • Label: Jagjaguwar/CARGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Angel Olsen zieht sich in die Garage zurück und setzt auf Country, Retro-Rock und eine gehörige Portion Singer/Songwriter.

Es ist immer schade, wenn ein Lied allein aufgrund des Titels herausragt. „Unfucktheworld“ ist einer dieser Titel, der leider nicht mehr als eine harmlose Singer/Songwriter-Nummer darstellt, die weder im Kopf bleibt, noch eine besondere Stimmung auf die Hörer überträgt. Nach diesem stolpernden Auftakt bekommt Angel Olsen allerdings schnell Boden unter die Füße, wenn sie sich auf gewollt coolen Garage-Rock mitsamt Hooklines („Forgiven/Forgotten“) und ausgedehnte, ruhige Nummern konzentriert („White Fire“).

Wagemutig versucht sich die Skandinavierin auch an einer vom Country inspirierten Nummer („Hi-Five“) und ihre Balladen auf weniger Spielzeit zu reduzieren („Iota“ und „Dance Slow Decades“). Im Fall von „Hi-Five“ und „Iota“ werden allerdings wie schon im Opener keine Emotionen verfrachtet. Olsen singt ganz nett ihre Zeilen, doch was diese in uns wecken sollen, bleibt auch nach Ende der Tracks ein Rätsel. Diesen schwächelnden Nummern kann Angel Olsen zwar immer wieder eine gelungene Ballade wie „Windows“ oder die Hymne „Lights Out“ entgegensetzen, doch letztlich pendelt sich das Album im Mittelmaß ein.

Nimmt man die besagten Nummern weg, bleiben noch ein paar unaufgeregte, durchschnittliche Songs wie „Stars“, „High & Wild“ und das schlichtweg zu langsame „Enemy“ übrig. Der große Makel auf „Burn Your Fire For No Witness“ sind dabei gar nicht die mangelnden starken Melodien. „Stars“ wirft eine ordentliche Marke in den Ring, kann aber wie viele andere Lieder auf gesanglicher Ebene schlichtweg nicht überzeugen. Man ist sich nie ganz sicher, was Angel Olsen mit ihrer Musik ausdrücken möchte und ist somit oft hin und her gerissen.

Ob es am Ende die weniger guten Stücke oder die oftmals fehlende emotionale Tiefe der Stimme der Sängerin ist, lässt sich nicht einfach so festmachen. Wenn wie in „Forgiven/Forgotten“ und „Windows“ alles passt, scheint es, als habe die junge Dame ihren Stil gefunden. Oft genug können sehr ähnliche Lieder allerdings nicht die Punktlandung vollführen, sodass man mit Fug und Recht von einer noch unfertigen Künstlerin sprechen kann, die weiter an sich feilen muss, wenn sie nicht einfach nur irgendwelche Musik machen möchte.

Anspieltipps:

  • Forgiven/Forgotten
  • Windows
  • Lights Out

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