JJ & The Acoustic Machine - Somewhere Between Saturday And Sunday - Cover
Große Ansicht

JJ & The Acoustic Machine Somewhere Between Saturday And Sunday


  • Label: Out Of My Mind Records
  • Laufzeit: 56 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Glaubwürdig leichtherziger Folk-Pop aus Köln, dem das Gassenhauer-Element noch zu sehr abgeht.

Köln ist eine äußerst facettenreiche Stadt. Natürlich ist es möglich, als Gast nur drei Schritte aus dem Hauptbahnhof zu gehen, den Dom zu knipsen und Köln abzuhaken, doch damit würde man der Stadt Unrecht tun. Neben den buchstäblich großen Sehenswürdigkeiten gibt es dort immer etwas in einer Nebenstraße oder am Rhein entlang zu entdecken. Dazu kann eine kleine Kneipe oder auch ein Hinterhof gehören. Genau in solch kleinen Venues sollte man nicht überrascht sein, JJ & The Acoustic Machine vorzufinden, wenn sie Musik spielen, die an den frühen Frank Turner erinnert.

Wer Frank Turner kennt, der wird nun eine Mischung aus Pop-Songs mit einem Hauch Folk und innigen Folk-Balladen erwarten. Ganz daneben liegt er mit einer solchen Einschätzung nicht. Wo Turner seine Alben allerdings durch ein paar Ohrwürmer auf der bewegten Seite übers Mittelmaß hievt, können sich JJ & The Acoustic Machine nie solche Boni erspielen. Das fängt beim repetitiven „Boatman“ an und wird im brav harmlosen Titeltrack fortgesetzt. Die Lieder klingen leichtherzig und nicht unangenehm, doch kein einziger Moment will tatsächlichen hängen bleiben, sodass es bei einem kurzweiligen Spaß bleibt.

Selten kann die durchschaubar mäßig unterhaltsame Phalanx von „She's Gone“ und Co so effizient durchstoßen werden, wie es das folkig tanzbare „The Tale“ hinbekommt. Ansonsten gibt es hier und da ein paar taugliche Nummern fürs Radio, die ansatzweise den Weg ins Langzeitgedächtnis finden könnten. Die frenetischen Bläser in „Countrysides & Offices“ können wie der Ohrwurm-Refrain in „Slowly“ zumindest zeitweise voll überzeugen und sorgen dafür, dass man bei allem Mittelmaß immer wieder Gründe findet, die Band zu hören.

Wem es nach seichter Unterhaltung steht, der wird mit dieser knappen Stunde vielleicht sogar richtig glücklich. Die Lieder gehen leicht ins Ohr, wenngleich weder Gesang, noch Musik dort bleiben wollen. Zum lockeren Mitwippen reicht es auf „Somewhere Between Saturday And Sunday“ auf jeden Fall, nur wenn es den Hörern auf Substanz ankommt, dann wird die Auswahl plötzlich sehr überschaubar und von 56 Minuten bleibt keine starke Viertelstunde übrig.

Anspieltipps:

  • Slowly
  • An Astronaut's Lullaby
  • The Tale

Neue Kritiken im Genre „Folk-Pop“
Diskutiere über „JJ & The Acoustic Machine“
comments powered by Disqus