Damien Jurado - Brothers And Sisters Of The Eternal - Cover
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Damien Jurado Brothers And Sisters Of The Eternal


  • Label: Secretly Canadian/CARGO
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Konzept auszuprobieren ist Silber, ein Konzept durchzuziehen ist Gold.

Sind die Lieder ohne „Silver“ im Titel nur Füllmaterial? Sind sie Interluden? Wie kommt es dann zu der ungleichen Verteilung? Gibt es ein Konzept oder ist es nur ein Wort? Wer sich genauer auf Tracklists konzentriert, dem fällt schnell auf, dass die Hälfte des neuen Damien Jurado-Albums mit dem Wort Silver und einem anschließenden Namen gekennzeichnet ist. Da hat sich der Liedermacher doch bestimmt etwas bei gedacht. Leider begrenzt sich dieses Konzept auf Selbstgespräche, die selbst inhaltlich nicht wirklich miteinander verknüpft sind. Nach musikalischen Themen sucht man ebenfalls vergebens.

Anstatt also die sehr ähnlichen Titel für ein Leitmotiv zu nutzen, erwarten den Hörer zehn abwechslungsreiche Songs, die zwar alle dem Künstler zuzuordnen sind, sich jedoch nicht über Ähnlichkeiten oder einen roten Faden definieren. Damit fällt auch eine etwaige Verteidigung weniger greifender Nummern weg, da die Lieder auf sich allein gestellt sind. Auf „Brothers And Sisters Of The Eternal Son“ gibt es keine echten Übergänge und Bindeglieder, wie man es zum Beispiel von Dredgs „El Cielo“ kennen könnte.

Zu Beginn muss sich Jurado um solche Qualitätsmerkmale allerdings auch nicht sorgen. „Magic Number“ und „Silver Timothy“ eröffnen das Album mit abgeklärtem und interessantem Rock. Während Basslines und Percussions für eine stampfende Grundlage sorgen, schweben die Gitarren geradezu über den Tracks und werden über den sanften Gesang mit der Basis verbunden. Sobald diese Mischung in „Metallic Cloud“ oder auch „Jericho Road“ allerdings nicht mehr eingehalten wird, büßen die Lieder an Qualität ein. Der verzerrte Megaphon-Sound von Jurados Stimme in „Jericho Road“ steht dem ansonsten guten Arrangement großteils im Weg und „Matallic Cloud“ schafft es wie auch „Silver Malcolm“ nicht, den Aspekt der emotionalen Ballade zu transportieren. Zu diesen mäßigen Stücken gesellt sich noch das treibend wirken wollende „Silver Donna“, welches allerdings anstelle einer Trance nur Ermüdungserscheinungen verursacht.

Aber auch nach dem gelungenen Auftakt gibt es noch Positivbeispiele, die das gute Standing des Musikers rechtfertigen. Gekonnte Balladen („Silver Catherine“ und „Silver Joy“), sowie die Indie-Abschluss-Hymne „Suns In Our Mind“ zeigen die Stärken des Musikers auf. Und auch wenn die starken Vertreter bei der recht knackigen Spieldauer von 35 Minuten nicht die knappe Hälfte an ausgeblichener Silberware vergessen machen können, so übertünchen die guten Tracks die schwächeren. Wer über diese Ungereimtheiten hinwegsehen kann oder sich liebliche Balladen wie „Silver Joy“ und starken Indie-Rock wie in „Silver Timothy“ nicht entgehen lassen möchte, hat genug Ausreden, um sich dieses Album anzuschaffen.

Anspieltipps:

  • Silver Timothy
  • Silver Joy
  • Suns In Our Mind

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