Caliban - Ghost Empire - Cover
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Caliban Ghost Empire


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Caliban versuchen mit ihrem neunten Studioalbum alle Fans zufriedenzustellen und vergessen dabei völlig ihre Stärken.

The Undying Darkness“ (02/2006) war beileibe kein Meilenstein in der Geschichte des Metal, aber immerhin stellt das Opus in der Diskographie der deutschen Metalcore-Truppe Caliban durch die Einbindung von Klargesang die Wende zu einem deutlich kommerziellerem Klangbild dar, das mit dem darauffolgenden „The Awakening“ (05/2007) beinahe in Perfektion seine Anwendung fand. Seitdem jagen Andreas Dörner (Gesang), Marc Görtz (Gitarre), Denis Schmidt (Gitarre, Gesang), Marco Schaller (Bass) und Patrick Grün (Schlagzeug) dieser vorzüglichen Mischung aus Härte, Melodie und unbarmherzigen Donnergrollen hinterher, verzetteln sich dabei aber immer wieder mit unausgegorenen Ideen und halbherzigem Crossover-Material, was das bisher letzte Werk „I Am Nemesis“ (02/2012) über weite Strecken äußerst glatt, oberflächlich und uninspiriert wirken ließ.

Auf „Ghost Empire“ gehen Caliban nun einen Schritt weiter und bauen dummerweise nicht nur auf diesen meist von Ecken und Kanten befreiten Kompositionen auf, sondern drosseln im gleichen Atemzug auch noch das Tempo sämtlicher Tracks. Dadurch hieven Dörner & Co. ihren Sound allerdings nicht auf die nächste Stufe (soll heißen, die Songs verlieren an Aggressivität und gleichen dies durch eine druckvolle Spielweise wieder aus - ähnlich wie es Chimaira auf „The Infection“ (04/2009) vorgemacht haben), sie lassen ihn schlicht und ergreifend langsam ausbluten. Dies macht sich vor allem in den Tracks bemerkbar, die sich zudem auch noch vorrangig auf einen schwülstigen Refrain stützen, der weder Fleisch noch Fisch ist und den Hörer mehr als verdutzt vor dem Abspielgerät sitzen lässt („Chaos - creation“, „I am rebellion“, „My vertigo“, „I am ghost“).

Doch selbst wenn Caliban nicht in fragwürdigen Bullet For My Valentine-Bahnen umher irren („Cries and whispers“), so stößt auch die Frage „Can you feel my heartbeat?“ aus dem Post-Hardcore angehauchten „Who we are“ auf nicht viel Gegenliebe und man wird das Gefühl nicht los, der Fünfer habe vergessen, worauf es bei einer ordentlichen Nummer aus eigenem Hause ankommt, da lediglich die Fan-Hommage „Your song“ und das melancholische „Good man“ vor Elan strotzen und der heimischen Musikanlage zeigen, wie die Nachbarschaft zu Beginn des Jahres 2014 geweckt werden könnte. In dieser Form interessiert es dann nämlich niemanden, ob auf „Ghost Empire“ Themen wie „Visionen von der Apokalypse („Wolves And Rats“), Rache („Devil’s Night“), starke und tiefe Emotionen verschiedenster Couleur („Nebel”, „Cries And Whispers”, „Who We Are”) oder ein Aufruf zur Revolution („Chaos – Creation”, „I Am Rebellion”) behandelt werden. Also reißt euch endlich zusammen, Jungs! Das könnt ihr doch deutlich besser, oder?

Anspieltipps:

  • Your Song
  • Good Man

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