Indica - Shine - Cover
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Indica Shine


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Indica leuchten sich den Weg zurück auf den Musikmarkt.

In ihrer Heimat Finnland sind Indica eine längst etablierte Größe des Pop-Markts. In Deutschland ist das leider noch lange nicht soweit und die jungen Damen vor allem auch etwas fernab der Definition Pop. Bekannt wurden sie durch ihre Rolle als Support der Symphonic-Metal-Formation Nightwish, die sie auf ihrer „Dark Passion Play“-Tour begleiteten. Das letzte Studioalbum „A Way Away“ war auch tatsächlich das erste, das einen englischen Titel trug und bewusst in englischer Sprache arrangierte Songs enthielt. Die Alben zuvor waren komplett in der Muttersprache eingesungen. Auch der neue Longplayer „Shine“ ist komplett auf Englisch, was ihn allein durch die genommene Sprachbarriere einem breiteren Publikum zugänglicher macht, als die Alben aus den Anfangszeiten.

Die offizielle Definition „Pop“ ist bei Indica auch in jedem Fall richtig getroffen, vor allem wenn man die Melodiebögen genauer unter die Lupe nimmt. Allerdings ist in Finnland selbst Popmusik mit einer deutlichen Rock- beziehungsweise Metal-Note versehen, so dass der nicht-skandinavische Hörer doch erst einmal stutzig werden mag. Instrumental sind die Songs von Indica als durchaus treibend zu beschreiben. Schnelle Rhythmen und eine ordentliche Portion Melodien bilden ein solides Grundgerüst.

Der Hörer merkt: Hier rockt es eigentlich deutlich, vor allem nach unserem Verständnis von Popmusik. Mit klassischen Pop-Künstlern wie Britney Spears oder Demi Lovato wird hier kein Vergleich zu ziehen sein. Und doch ist der Gesang Jonsus deutlich in der Popmusik beheimatet. Zart, filigran und nur mit minimalem Kraftaufwand, wird hier das Genre deutlich und die wenigsten Hörer werden sich noch der Tatsache verschließen können, dass es sich auch bei „Shine“ um ein Pop-Album handelt.

Die Songs selbst schwanken von Ballade bis Mid-Tempo-Nummer. Sie sind abwechslungsreich und geben der Band musikalisch genau die nötigen Facetten, um nicht langweilig zu werden. Dabei ist das Ohrwurmpotential leider gering, was vorrangig daran liegt, dass jegliche Ansätze sich selbst im Keim ersticken. Schade. So bleibt es bei eher kurzweiliger Freude über radiotaugliche, manchmal ein wenig dahinplätschernde Musik.

Indica haben ihr musikalisches Potential noch längst nicht ausgeschöpft. Immer wieder stolpert man förmlich über Momente der Spannung, die nur noch einen Schritt weiter geführt werden müssten. Es ist den jungen Musikerinnen zu wünschen, dass sich auf ihrem Weg noch die Erleuchtung einstellt und sie jemanden finden, der ihr volles Potenzial zu erwecken versteht. Bis dahin bleibt ihre Musik leider nur nette Unterhaltung.

Anspieltipps:

  • A Definite Maybe
  • Hush Now Baby
  • A Kid In The Playground

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