Malia & Boris Blank - Convergence - Cover
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Malia & Boris Blank Convergence


  • Label: Boutique/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Jazz-Sängerin und ein Klangtüftler erschaffen einen sinnlichen Mix aus Electro, Soul und Jazz.

Die in Afrika geborene Sängerin Malia (35) ist in der Jazz-Szene seit über zehn Jahren ein fester Begriff. Vier von der Kritik wohlwollend aufgenommene Soloalben hat sie zwischen 2002 und 2012 auf den Markt und in zwei Fällen sogar in die deutschen Charts gebracht. Kommerziell gesehen ist also durchaus noch Luft nach oben in der Karriere Malias, die auf ihrem fünften Album „Convergence“ zu einer großen Überraschung ausholt: Denn niemand Geringeres als Yello-Mitglied Boris Blank (62) ist als Kreativpartner an der Entstehung des Werks beteiligt gewesen, das ursprünglich im September 2013 auf den Markt kommen sollte, dann aber auf Januar 2014 verschoben wurde.

In der aktuellen Auszeit von Yello arbeitet Dieter Meier (68) an einem Soloalbum, während Boris Blank die vergangenen drei Jahre damit verbracht hat, die Musik für das gemeinsame Album mit Malia zu komponieren. Diese nahm quasi nebenbei ihr mit einem Jazz Echo Award ausgezeichnetes Album „Black Orchid“ (01/2012) auf und musste die Folgen einer Brustkrebsdiagnose überstehen. Das Warten hat sich allerdings gelohnt. Denn die Einflüsse und Ideen von Boris Blank, der aus der alten Schule des Electro-Pop stammt und Malia, die mit ihrer leicht angerauten, organischen Soul-Stimme wie geschaffen für Vocal-Jazz ist, ergeben zusammen ein spannendes Experiment.

Boris Blank zauberte für Malia atmosphärische Klanglandschaften, die sich als ideale Spielwiese für ihre Stimme erweisen. Nur selten erinnern die rhythmischen Gebilde dabei an Yello-Zeiten, wie z.B. bei der „Fever“-Coverversion (u.a. bekannt durch Peggy Lee) oder „Smouldering ashes“, auch wenn der Kenner die Handschrift von Boris Blank natürlich latent aus jedem Track heraushören wird. Dennoch stellt sich „Convergence“ als eigenständiges Klangkonzept heraus, bei dem sich schwebende Melodien („Magnetic lies”), etwas düstere, an Amy Winehouse gemahnende Tracks („Raising venus”) sowie Songs, die für den nächsten James-Bond-Film erschaffen worden sein könnten („I feel it like you“), die Klinke in die Hand geben.

Wenn dann mit dem finalen, von afrikanischen Einflüssen getragenen „Turner’s ship“ die letzten Klänge von „Convergence“ verhallt sind, kann der Hörer sicher sein, Zeuge einer nicht alltäglichen Kollaboration geworden zu sein, die auf fast schon spirituelle Art zwei musikalische Stilarten zueinander bringt.

Anspieltipps:

  • Raising venus
  • Magnetic lies
  • Turner’s ship
  • I feel it like you
  • Embraceable moon

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