Jon Flemming Olsen - Immer Wieder Weiter - Cover
Große Ansicht

Jon Flemming Olsen Immer Wieder Weiter


  • Label: 105 Music/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine Cadmium-Brom überperlten Rinderpiedel, sondern 14 gut abgehangene deutschsprachige Folk-Pop-Songs.

Kann die Besprechung des ersten Soloalbums des Musikers (Texas Lightning), Schriftstellers („Der Fritten-Humboldt“), Grafikdesigners (Zweiter Stock Rechts Designbureau) und Schauspielers („Dittsche“) Jon Flemming Olsen tatsächlich ohne einen Hinweis darauf auskommen, dass der 49-Jährige seit nunmehr zehn Jahren als TV-Imbisswirt „Ingo“ den Hamburger Stadtteil Eppendorf erfolgreich mit Bier, Rinderpiedeln und leckeren Salaten versorgt? Nein, kann sie nicht, auch wenn die Lebensmittel in der „Eppendorfer Grillstation“ nach Meinung einer nicht näher genannten Person im gestreiften Bademantel unter einer latenten Cadmium-Brom-Überperlung leiden. Doch solange sich die vermeintliche Kontaminierung nicht auf die Musik auswirkt, soll uns das egal sein.

Die Idee zu seinem Soloalbum kam Jon Flemming Olsen in den letzten Zügen seiner Lesereise als Fritten-Humboldt, als Olsen mit den ehemaligen Texas-Lightning-Kollegen Markus Schmidt (Gitarren) und Laurens Kils-Hütten (Bass, Gesang) zu akustischen Songs im heimischen Wohnzimmer jammt. Aus dem Freizeitprojekt entsteht schon bald das Jon Flemming Olsen Acoustic Trio und mit der Vertragsunterschrift beim kleinen, aber feinen Hamburger Label 105 Music (Annett Louisan, Anna Depenbusch, Stefan Gwildis, Konrad Wissmann, Ina Müller), kommt auch eine kommerzielle Komponente ins Spiel. Zusammen mit Stephan Gade als Produzent entstand „Immer wieder weiter“ in den Hamburger Hafenklang Studios, das eine Mischung aus Eigenkompositionen und akustischen Neuinterpretationen diverser Hits und Klassiker enthält.

Neben durchweg deutschen Texten setzten setzen Jon Flemming Olsen, Markus Schmidt und Laurens Kils-Hütten musikalisch voll und ganz auf handgemachte Akustikklänge, in deren Mittelpunkt Ukulele, Banjo, Kazoo, Kontrabass und Akustikgitarre stehen. Allein dadurch ist eine gewisse Nähe zum bekannten Country- und Folk-Sound von Texas Lightning gegeben, wenn man sich das Schlagzeug wegdenkt, für das es allerdings auch keine Notwendigkeit auf „Immer wieder weiter“ gibt. Die Band erzeugt, da wo es nötig ist, auch so eine gute Portion Druck und Groove und bezieht die Spannung in den Songs durch die neu empfundenen Lyrics und Arrangements.

Die Originale der gecoverten Songs ziehen sich stilistisch quer durch den Garten der verschiedenen Genres, werden aber jedesmal von Olsen und seiner Band so eingefangen, dass sie allesamt ein einheitliches Klangkorsett verpasst bekommen. Dabei ist es egal, ob „The ballroom blitz“ der Glam-Rocker The Sweet, „Daydream“ von Singer/Songwriter John Benson Sebastian, „Should I stay or should I go“ von den Punkrockern The Clash oder „Der Picknicker” der Fantastischen Vier in die Waagschale geworfen wird – Jon Flemming Olsen taucht die 14 Tracks seines Albums in einen angenehm hörbaren Folk-Pop-Sound, mit dem sich zwar keine Bäume ausreißen, aber zumindest ein paar sehr gepflegte Hördurchgänge verbringen lassen.

Anspieltipps:

  • Ich seh sie
  • Deine Mutti
  • Der Picknicker
  • Nicht nach Haus
  • Soll ich bleiben oder gehen

Neue Kritiken im Genre „Folk-Pop“
Diskutiere über „Jon Flemming Olsen“
comments powered by Disqus