The Jezabels - The Brink - Cover
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The Jezabels The Brink


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die unaufdringliche Art der Australier, Mainstream-Songs zu schreiben und zu performen, gefällt.

The Jezabels aus dem australischen Sydney gründeten sich zwar bereits im Jahr 2007 als Studenten-Band, konnten aber erst vier Jahre später, nach drei EP-Veröffentlichungen, ihr Longplay-Debüt „Prisoner“, das hierzulande wiederum erst im März 2012 erschien, auf den Markt bringen. Die Platte eroberte in ihrer Heimat den zweiten Platz der Charts und konnte auch international kleine Duftmarken setzen.

Die Band besteht aus Hayley Mary (Gesang), Samuel Lockwood (Gitarre), Heather Shannon (Keyboards) und Nik Kaloper (Schlagzeug), die das Texten und Schreiben der Songs gemeinschaftlich übernehmen. Die musikalischen Einflüsse der Australier liegen in den 80er Jahren. Insbesondere die frühen U2 mit ihrem gesten- und pathosreichen Stadion-Pop haben es dem Quartett angetan, das sein Zweitwerk in London aufnahm – dem Herzen der Popmusik. Produziert hat es Dan Grech-Marguerat (Hurts, Tom Odell, Keane, The Vaccines, Howling Bells, The Kooks), der allein aufgrund seiner Referenzen als Meister für eindringliche Mainstream-Popmusik ausgemacht werden kann.

Wir denken also beim Kampf der Jezabels mit dem berühmten schweren zweiten Album an U2, hören die Gitarren in „Time to dance“ und können uns bestätigt fühlen. Diese vier Australier sind tatsächlich eine Mischung aus Coldplay (abzüglich des Weinerlichen) und U2 (minus Bonos Weltverbesserungsambitionen), die sich darüber hinaus mit leicht elektronischen Einflüssen à la Florence + The Machine bzw. Scissor Sisters („Beat to beat“, „Angels of fire“) eine Brücke bauen.

Auf diese Weise ist The Jezabels ein rundes und in sich schlüssiges Album gelungen, das weder Ausreißer nach unten, noch glasklare Single-Favoriten beherbergt. Trotzdem ist „The Brink“ weit über dem Durchschnitt angesiedelt, was an der unaufdringlichen Art der Australier liegt, Mainstream-Songs zu schreiben und zu performen. The Jezabels umschmeicheln den Hörer mit feinen Melodien, werfen dazu eine nicht zu kleine Portion Pathos in den Ring und saufen damit wider Erwarten nicht in seichten Gewässern ab. Das ist selten und schön und damit ein Gewinn auf der ganzen Linie.

Anspieltipps:

  • The end
  • No country
  • Look of love
  • Time to dance
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