Andrea Schroeder - Where The Wild Oceans End - Cover
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Andrea Schroeder Where The Wild Oceans End


  • Label: Glitterhouse Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wir sehen Geister in den Straßen von Berlin, während David Bowie, Lou Reed und Jim Morrison um die Ecke kommen und den Summer of Love beenden.

Gut 1½ Jahre nach ihrem gefeierten Debüt „Blackbird” (09/2012), auf dem die Berlinerin ob ihrer dunklen Stimme mit der „The Velvet Underground“-Muse Nico, Marianne Faithfull oder auch Patti Smith verglichen wurde, meldet sich die Sängerin und Songschreiberin mit ihrem zweiten Longplayer „Where The Wild Oceans End“ zurück. Aufgenommen wurde das Werk ganz stilecht in den berühmten Berliner Hansa Studios sowie in einem kleinen analogen Studio in der Abgeschiedenheit der norwegischen Atlantikküste.

Als Songwriting-Partner fungierte wiederum der dänische Gitarrist Jesper Lehmkuhl, während Chris Eckman (The Walkabouts) erneut als kongenialer Produzent zur Seite stand. Ergänzt um die Musiker Catherine Graindorge (Violine), Dave Allen (Bass) und Chris Hughes (Schlagzeug) präsentiert sich Andrea Schröder auf ihrem neuen Album einmal mehr als düstere König der Nacht, die mit schwermütigen Texten und dazu passenden Kompositionen den Geist der 60er Jahre verströmt, als „Flower Power“ am Ende war und dunkle Prinzen wie Lou Reed und Jim Morrison (The Doors) das Zepter übernahmen.

So wie Reed und Morrison, zeigt sich auch Schroeder als Poetin. Eingerahmt von bleischweren Riffs („The spider“), merkwürdig entrückten Melodien („Where the wild oceans end“), mäandernden Gitarren („Summer came to say goodbye“) und einer faszinierend-drückenden Atmosphäre („The rattlesnake“), erschafft die Berlinerin ein eigeständiges Abziehbild von The Velvet Underground. Damit nimmt sie den Faden ihres sehr guten Debüts nicht nur auf, sie spinnt ihn sogar gekonnt weiter, wodurch auch Schroeder-Album Nummer zwei einen herrlich düsteren Seelenritt im Folk-, Blues- und Rock-Mantel der 60er Jahre darstellt.

Anspieltipps:

  • Helden
  • The spider
  • Ghosts of Berlin
  • Summer came to say goodbye
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