Adrenaline Mob - Men Of Honor - Cover
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Adrenaline Mob Men Of Honor


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Mehr Pöbel, denn Adrenalin: Allen und seine Rasselbande zeigen sich von einer schmerzhaft einfallslosen Seite.

Der Jubel war groß, als die Ankündigung die Runde machte, Sänger Russell Allen (Symphony X), Gitarrist Rich Ward (Stuck Mojo), Bassist John Moyer (Disturbed) und Schlagzeuger Mike Portnoy (Ex-Dream Theater) schließen sich zusammen und arbeiten als Adrenaline Mob an gemeinsamen Songs, die weder die Progressive Rock/Metal-, noch die Heavy Metal-Klientel beglücken, sondern als Hardrock-Supergroup die Musikwelt von den Stühlen reißen soll. Wie es die Gesetze für derartige Musiker-Zusammenkünfte wollen, war auch das erste Baby namens „Omerta“ (03/2012) nicht unbedingt das Gelbe vom Ei und das vielversprechende Line-up bald nicht mehr als eine Two-Man-Show, bestehend aus der markanten wie einfühlsamen Stimme von Allen und den wahnwitzigen und erfrischenden Soli von Neuzugang Mike Orlando, der nach zwei Soloalben und kleineren Auftragsarbeiten für Zakk Wylde oder Ron Thal nun seinen ersten großen Arbeitgeber gefunden hat.

Nach einer netten Fingerübung, der Cover-Compilation „Coverta“ (03/2013), auf der Songs von Black Sabbath („The mob rules“), Dio („Stand up and shout“), The Doors („Break on through“), Van Halen („Romeo delight“), Rainbow („Kill the king”) oder Led Zeppelin („The lemon song“) eine moderne Aufarbeitung bekommen haben, ging es für den Adrenaline Mob wieder ins Studio, um neues Material zu schreiben, das dem Prädikat „aufrichtiger, harter und melodischer Hardrock“ gerecht wird. Das Ergebnis ist allerdings erschütternd. Sicherlich mag Allen eine hervorragende Basis für hart rockende Songs sein, die den Hörer an den Eiern packen wollen, aber wenn diese testosterongeladenen Schwanzrockprügel lediglich in ihrem eigenen Saft schmoren („Mob is back“, „Come on get up“) und übertrieben-lässig ihre Aufwartung machen („Judgement day“), während sie immer wieder von sanftmütigen AOR-Schmachtfetzen unterbrochen werden, die maximal darauf ausgelegt sind, die Ü40-Fans für den Koitus mit ihrer Ehefrau in Stimmung zu bringen („Behind these eyes“, „Crystal clear“, „Fallin´ to pieces“), dann ist im Proberaum etwas ganz gehörig falsch gelaufen.

Das Midtempo-lastige „Dearly departed“ kämpft gegen die Verweichlichung der Platte zwar mit einer grandiosen Melodie an und der aufgekratzte Pantera-trifft-Disturbed-Hammer „Feel the adrenaline“ erstickt sämtliche Gebärden, emotionales Fastfood abzuliefern, mit seinen breiten Schultern und einem an einer sehr langen Leine gehaltenen Orlando, doch die stur drauflos holzenden Beiträge „Let it go“ und „Men of honor“, sowie das rhythmusgetriebene „House of lies“, welches eine Spur zu hyperaktiv geraten ist, können dadurch nicht vollständig ausgeglichen oder gar ausgeblendet werden. Naja, was soll´s! Somit hält es sich bei „Men Of Honor“ wie bei der im Vorfeld getätigten Aussage „Wir sind so eng miteinander verbunden wie Brüder. Das ist eine musikalische Gang. Die Message ist, zu Adrenaline Mob zu stehen. Egal, was sich verändert hat: Wir sind Ehrenmänner, und wir werden diese Band ehren, bis wir sterben“ im Hinblick auf das stark rotierende Personalkarussell zumindest um ein einheitliches Konzept: Den potentiellen Käufer mit Versprechen (Line-up!) ködern und dann (mit schwachen Songs) links liegen lassen.

Anspieltipps:

  • Dearly Departed
  • Feel The Adrenaline

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