Robben Ford - A Day In Nashville - Cover
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Robben Ford A Day In Nashville


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Robben Ford kann weder den gleichnamigen Tieren, noch dem Flügelspieler des FC Bayern, qualitativ gerecht werden.

Normalerweise ist es ein großes Lob, wenn von einem Musiker behauptet wird, dass er oder sie keine schwachen Lieder schreiben könne. Allerdings ist dabei nicht das Nirwana der Nichtigkeit zu vergessen, welches die Grauzone zwischen nervtötend schlecht und überragend gut darstellt. Dazu gehören all jene Alben, die sich in keiner Weise und über keinen einzigen Song auszeichnen können, sondern der Durchschnittstiefkühlkost gleich ein Menü nach Vorschrift präsentieren. Wer von Robben Ford sagt, dass er Blues-Musik mache, der gibt keine grobe Vorstellung des neuen Albums „A Day In Nashville“ wieder, sondern eine haargenaue Beschreibung. Ford grast ohne Aussicht auf eigene Ideen typische Abläufe des Genres ab und heißt das unter Künstlern verhasste Adjektiv „generisch“ mit exklusiver Einladung willkommen.

Der Grammy ausgezeichnete Musiker hat hier scheinbar einer unreifen Blaupause nachgegeben, denn von der ersten Nummer an ist nicht ersichtlich, was das neue Album ausmachen soll. „Green Grass, Rainwater“ und „Ain't Drinkin' Beer No More“ sind seichte Allerwelts-Blues-Nummern, die von ganz netten Instrumentalstücken wie „Top Down Blues“ abgerundet werden sollen. Was bringen allerdings diese Instrumentalnummern, die aufgrund ihrer zahmen Natur und dazu fehlender Soli keinerlei Aufsehen erregen. Statt faszinierender Virtuosenkunst klingt ein „Top Down Blues“ eher nach zaghafter Jamsession.

Damit ist nicht gesagt, dass die Musik in sich schlecht wäre. Viel eher folgen Blues-, Soul- und Rocksongs alle einem so strikten und bekannten Muster, sodass es unmöglich ist, sich nicht zu langweilen. Ja, natürlich kann „Different People“ als brauchbare Ballade angesehen werden. Dabei muss man allerdings ausblenden, dass es genau solche Songs schon zuhauf gibt und Ford es verpasst, diesen Liedern einen eigenen Stempel aufzudrücken. So dudelt Blueslied Nummer 42 in einer Reihe von Songs, denen es scheinbar egal ist, ob man nun genau sie hört oder ein beliebiges anderes Blues-Album. Und letztlich ist diese eindruckslose Zeit vielleicht schlimmer als ein Album, das wenigstens über unerwartet schlechte Qualität auffällt. Über solch ein Album würde in Zukunft noch gesprochen. „A Day In Nashville“ hingegen werden seine Hörer wahrscheinlich vergessen haben, noch bevor die Scheibe ein erstes Mal durchgelaufen ist.

Anspieltipps:

  • Ain't Drinkin' Beer No More
  • Top Down Blues
  • Just Another Country Road

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