Band Of Skulls - Himalayan - Cover
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Band Of Skulls Himalayan


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
9.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album voller cooler Hybride.

Alles begann mit „I Know What I Am“, einem Song, der mehr Aufmerksamkeit auf sich zog, als Band Of Skulls es wohl je vermutet hätten. Das ebenfalls im Jahr 2009 veröffentlichte Album dazu („Baby Darling Doll Face Honey“) war zwar kein Meisterwerk, aber immerhin ein guter Einstand, auf den drei Jahre später mit „Sweet Sour“ ein ebenso angenehmer Zweitling folgte. Warum das Gesamtwerk der Band bisher jedoch nicht so viel Aufmerksamkeit erregte, wie es die erste Single vermuten ließ, wird vor allem daran liegen, dass ihr Blues- / Garage- / Hardrock-Gemisch von anderen Künstlern wie Jack White oder The Black Keys eben doch noch ein Stück weit konsequenter umgesetzt wird.

Mit ihrem dritten Streich „Himalayan“, der nicht nur wegen des wechselseitigen Gesangs auch in direkter Konkurrenz zu den Blood Red Shoes läuft, zeigen sich Band Of Skulls gefühlt noch selbstbewusster als bisher, was aber auch an der Sound-Politur liegen kann, die der Produzent Nick Launay (u.a. Nick Cave, Yeah Yeah Yeahs) dem Trio verschrieben hat. Aber keine Sorge: Emma Richardson (Gesang, Bass), Matt Hayward (Schlagzeug) und Russell Marsden (Gesang, Gitarre) klingen immer noch wie sie selbst, wenn nicht sogar etwas besser. Der Vorbote „Asleep At The Wheel” ließ bereits Großes erahnen, vor allem, weil die drei aus Southampton hier etwas machen, das sie sich öfter trauen sollten: Sie ziehen den Song voll durch. Kein ruhiger Anfang, kein stetiger Aufbau, sondern gleich von der ersten Sekunde an mit richtig Druck nach vorne.

So läuft das nicht immer, vielmehr wechseln Band Of Skulls zwischen zwei Konzepten hin und her: Entweder geht es ruhig los und der Knaller wird irgendwo in der Mitte gezündet (und wie!), oder er wird gar nicht gezündet und man versucht sich stattdessen an Stücken, die wie The Sweet klingen („Hoochie Coochie“) oder als ruhiger Rausschmeißer gar nicht rocken müssen („Get Yourself Together“). Ganz klar: Die Alternative mit dem Knaller macht dann irgendwie doch mehr Laune - man höre sich nur an, wie das Trio zum Ende von „Heaven‘s Key“ alles niedermäht oder das anfängliche Western-Flair von „I Feel Like Ten Men, Nine Dead And One Dying“ in ein wahres Monstrum aus fettem Gitarren-Sound und hypnotischem Gesang umwandelt.

Das sind die Songs, die „Himalayan“ zu einem guten Album machen. Das und „You Are All That I Am Not”, in dem sich die Protagonisten einmal mehr von ihrer behutsamen Seite zeigen und knapp fünf Minuten große Kunst abliefern. Sehr schön! Aber auch der Rest passt ins Gesamtbild. Im Grunde genommen schaffen Band Of Skulls coole Hybride, die sich nicht mal vor Pop-Einflüssen („Cold Sweat“) scheuen müssen, weil es halt irgendwann automatisch wieder laut und irgendwie auch kultig wird. Damit haben sie gut vorgelegt. Bleibt abzuwarten, was The Black Keys im Mai und Jack White im Juni zu bieten haben.

Anspieltipps:

  • Asleep At The Wheel
  • I Feel Like Ten Men, Nine Dead And One Dying
  • You Are All That I Am Not
  • Cold Sweat

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