Dillon - The Unknown - Cover
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Dillon The Unknown


  • Label: Bpitch Control/Rough Trade
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Minimalismus und die Macht der Stille: Wäre es nicht so kraftvoll, Dillons zweites Album wäre ein Depressivum.

Schon das „This Silence Kills“-Album vor zwei Jahren war beseelt von beeindruckender Traurigkeit. Die in Deutschland aufgewachsene Brasilianerin Dominique Dillon de Byington hat den Blues, dauerhaft, so viel steht fest, denn auch „The Unknown“ ist ein einziger Klotz Deprimiertheit.

Nunmehr fast ausnahmslos mit dem Piano intoniert sie ihre Elegien, die durchsetzt werden von elektronisch wabernden Klanggrundierungen. Dillon ist so still, entrückt und aus der Zeit gefallen auf „The Unknown“, dass sie Betroffenheit auslöst mit ihrer Musik. Nur ist sie dabei auf eine erstaunlich kraftvolle Weise souverän. Ob in „You Cover Me“ oder „Into Deep“, Dillon bewahrt sich eine Respekt auslösende Erhabenheit während ihres geblasenen Trübsinns.

Wie das adäquat zur Musik passende, schöne Musikvideo zur Single „A Matter Of Time“ veranschaulicht: Das Minimale, das Karge in Dillons Musik ist eine Nacktheit, ist ein schonungsloser Seelenstrip, dem Kraft und Stärke innewohnt. Aus dem Katalog eines der bekanntesten Berliner Elektro-Labels ragt Dillon fragil und verletzlich und dennoch markig und prägnant mit einer unhedonistischen, den Tanz verweigernden Klangkunst heraus, die nicht taugen will zur Unterhaltung und es von daher schwer haben dürfte, massentauglich zu sein. Respekt ja, Gefolgschaft aber wird „The Unknown“ nur bedingt bewirken, gerade beim stoischen Gesang der zierlichen Brasilianerin ist noch Luft nach oben, bleiben Berührungspunkte offen.

Anspieltipps:

  • You Cover Me
  • Into The Deep
  • In Silence

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