Blackberry Smoke - The Whippoorwill - Cover
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Blackberry Smoke The Whippoorwill


  • Label: Earache Records
  • Laufzeit: 65 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Da gibt es nichts zu meckern: „The Whippoorwill“ ist ein beeindruckendes Album.

Um zu erraten, wo Blackberry Smoke herkommen, sind keine tiefgreifenden Southern Rock-Kenntnisse nötig. Manchem wird schon ein Foto dieser fünf Rocker ausreichen, um eine geographische Eingrenzung vorzunehmen. Die Band stammt so dermaßen offensichtlich aus den Südstaaten, dass es einem direkt ein Schmunzeln auf die Lippen treibt. Zu Hause sind Blackberry Smoke seit ihrem Engagement als Vorgruppe von ZZ Top und Lynyrd Skynyrd (von wem auch sonst?) keine kleine Nummer mehr, bei uns kennt sie dagegen fast niemand. Zu Recht wird deshalb ihr drittes Studioalbum, das in den Staaten bereits vor eineinhalb Jahren erschienen ist, dieser Tage in Europa neu aufgelegt - selbstverständlich erweitert um drei Bonus-Titel, so wie sich das gehört.

Mit dieser Ehrenrunde kommt „The Whippoorwill“ auf eine stattliche Länge von 65 Minuten und fährt quantitativ ebenso dick auf wie qualitativ. Denn wer auf Southern Rock oder Country Rock steht, der kann dieses Album theoretisch nicht schlecht finden. Blackberry Smoke erfinden nichts neu, doch was sie machen, machen sie ausgesprochen gut. Sie erzählen kleine Geschichten, unterlegen diese mit dem typischen Südstaaten-Sound (inklusive Kneipen-Klavier und Background-Chor) und bringen den Karren Song für Song erfolgreich über die Ziellinie. Sie klingen dabei größer, als sie es sind, was wiederum eine Kunst für sich ist und im Fall von Blackberry Smoke hauptsächlich an den liebevoll ausgearbeiteten Refrains liegt. Die Zeile „I'm gonna love you six ways to Sunday“ vom gleichnamigen Eröffnungstrack bildet den ersten von mindestens fünf weiteren Refrains, die sich als äußerst beständig erweisen. Die anderen Verdächtigen hören auf Namen wie: „Pretty Little Lie“, „Everybody Knows She's Mine“, „One Horse Town“, „Ain't Much Left Of Me” und „Shakin' Hands With The Holy Ghost”.

Doch auch dort, wo der Refrain keine Hit-Ambitionen verspricht, gibt es etwas zu entdecken: „Leave A Scar“ verbindet Hardrock-Elemente mit Banjo-Klängen und einem Schlagzeug, das zuweilen an der herkömmlichen Punk-Geschwindigkeit kratzt. Bei dieser Mischung wippen sogar die Kühe auf der Weide mit. Als Zugabe liefern Blackberry Smoke im Bonus-Bereich drei Live-Versionen, davon einen Song („Country Side Of Life“), der nicht bereits auf dem vorliegenden Album vertreten ist. Dass sich „Pretty Little Lie“ und „Six Ways To Sunday” am Ende doppeln, ist nicht tragisch, ganz im Gegenteil: Man hätte doch ohnehin auf Repeat gedrückt.

Anspieltipps:

  • Pretty Little Lie
  • Ain't Much Left Of Me
  • Six Ways To Sunday
  • Leave A Scar
  • Shakin' Hands With The Holy Ghost

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