Metronomy - Love Letters - Cover
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Metronomy Love Letters


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 41 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album, das mit der Zeit zunehmend an Größe gewinnt.

„Nights Out“ (2008) war ihr erstes richtiges Auftrumpfen, „The English Riviera“ drei Jahre später ihr erster kommerzieller Erfolg. Wenn es so weitergeht, dann steht mit „Love Letters“ nun Metronomys erstes Meisterwerk an. Mit ihrem geschmeidigen, cleveren Electro-Pop haben sie eine Nische gefunden, in der sie gerade behutsam zum Maß aller Dinge aufsteigen. „A Thing For Me“ und „Heartbreaker“ haben 2008 die Tür zur Chefetage vorsichtig aufgeschlossen, „The Look“ und „The Bay“ haben diese 2011 schließlich mit reichlich Selbstvertrauen aufgemacht. Seitdem gibt es kein Vorbeikommen mehr, vor allem nicht an „The Bay“, diesem Volltreffer von einem Metronomy-Song.

Wenn man Joseph Mount und seiner Band etwas vorwerfen möchte, dann dass sie dieses Kunststück mit „Love Letters“ nicht wiederholen werden. Es sind keine wahnsinnig tollen Hit-Singles unter den 10 neuen Tracks, die nur darauf warten, die Tanzflächen dieser Welt zu erobern. Das hat wiederum den Effekt, dass die wahren Stärken dieses Albums während des ersten Hördurchgangs beinahe kaschiert werden. Geblendet vom Wunsch nach einem Song, der alles Dagewesene aus dem Repertoire von Metronomy in Frage stellt, fällt gar nicht sofort auf, wie perfekt der Sound von „I’m Aquarius“ eigentlich ist. Oder allgemeiner gesprochen: Wie unfassbar gut diese gesamte Scheibe produziert ist - tausend Dank an die analoge Aufnahmetechnik!

Vieles bei Metronomy klingt heute wärmer als früher, auch herzlicher. Die erste Minute der zweiten Single „Love Letters“ könnte aus einem Jim Jarmusch-Film stammen, die Melodie von „Call Me“ weckt Erinnerungen an „Le Fabuleux Destin d'Amélie Poulain“. Es kommen Hörner zum Einsatz, liebenswerte Synthesizer, einmal ertönt sogar ein Geräusch, das dem „Hex Hex“ von Bibi Blocksberg ähnelt („Boy Racers“). Ausfälle gibt es auf „Love Letters“ keine, maximal ein bis zwei Nummern, die nicht an den Charme ihrer Vorgänger und Nachfolger anknüpfen können (darunter „Month Of Sundays“) - der Rest fügt sich konsequent zu einem starken, durchgehend stilsicheren Metronomy-Longplayer zusammen, der zwar kein Meisterwerk ist, aber mit der Zeit immer mehr an Größe gewinnt. Und das mit einem knallpinken Cover und ohne hitverdächtige Vorzeige-Singles.

Anspieltipps:

  • I’m Aquarius
  • Monstrous
  • Call Me
  • Love Letters

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