Eagulls - Eagulls - Cover
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Eagulls Eagulls


  • Label: Partisan/Rough Trade
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
8.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Moderne alte Schule der englischen Popkultur.

Eagulls sind einfach, wenn man Frontmann George Mitchell beim Wort nimmt. Sie werden mit vielen verglichen, sind aber doch sie selbst. Aufgrund ihres hallenden Sounds und Gesangs, sowie ihrer prägnanten Basslines, werden einige an die Zeit von The Cure und Konsorten zurückdenken. Allerdings schreit sich Mitchell auch oft genug die Seele aus dem Leib, sodass eine Spur von Grunge und Punk an der Musik der Eagulls hängen bleibt. Sicher ist nur, dass ihr neues Werk aufbegehrend, laut und doch romantisch melodiös ist. Zwar entzieht sich das selbst betitelte Album jeglichen Schubladen, doch einen festen Stil hat es eben doch parat.

Von null auf hundert geht es Song für Song in Rekordgeschwindigkeit. Die Eagulls halten nichts von Einleitungen und Firlefanz, sondern legen stets geschwind los. Das heißt nicht, dass das Album Hörer mit brachialer Soundgewalt erdrückt, sondern schlichtweg, dass die stets tragende Grundmelodie von der ersten Sekunde an aus den Boxen klingt und in Fällen wie „Hollow Visions“ somit von Beginn an verzaubert. Selbst wenn einem ein Lied nicht so schmeckt, dann ist man nach spätestens 20 Sekunden auf dem richtigen Dampfer. Eagulls setzen auf Stringenz, auch wenn das dazu führen kann, dass einige Stücke wie Klone von weiteren Tracks wirken können.

Ganz so zweidimensional sind die im Grunde sehr einfach gestrickten Songs dann aber glücklicherweise auch nicht. Die Hauptelemente in Form der Gitarren und des Bass werden in stets unterschiedlichen Kombinationen gespielt, sodass höchstens Mitchells durch den Hall stark eingeschränkter Gesang für Wiederholungsgefühle sorgen kann. Da ein Lied nach dem nächsten mit der jeweils eigenen Energie allerdings erneut auftrumpfen kann, ist die oft nur schwer auszumachende Abwechslung kein gravierender Minuspunkt.

Wer sich einfach nur von Rockmusik mitreißen lassen möchte, die durchaus einen gewissen Retro-Charme ausstrahlen soll und besonders aufgrund der Aufnahme an alte Klassiker aus Rock und Punk erinnert, der bekommt von den Eagulls eine wahre tour de force präsentiert. Mit jedem weiteren Track spielt sich die Band erneut in einen Rausch und setzt alles daran, dass nichts außer dem gerade gespielten Song zählt. Diese Leistung gelingt der Band zu weiten Teilen, was nicht zu verachten ist. Wirkliche Hits, die sich auch ohne direkte Lust auf den sehr eigenen Stil der Band aufdrängen, bleiben dabei mit Ausnahme von „Hollow Visions“ allerdings aus. Deswegen triumphieren Eagulls nicht, doch das Ergebnis ist immer noch mehr ein Grundstein und ein Versprechen, als eine sinnlos waltende Rockwut.

Anspieltipps:

  • Hollow Visions
  • Nerve Endings
  • Tough Luck

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