SJ McArdle - Blood And Bones - Cover
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SJ McArdle Blood And Bones


  • Label: Jewel Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Blood And Bones“ ist tatsächlich eines dieser Alben, die keinen Track herausstechen lassen und gleichzeitig kein überzeugendes oder wenigstens festes Konzept haben.

Weil langweilig ein böses Wort ist, wählen wir für SJ McArdles Album „Blood And Bones“ den etwas neutraleren Begriff langwierig. Das Multitalent aus dem Radiosektor kann viele Sachen. Doch streng genommen können viele Menschen singen. Mit ein wenig Übung lassen sich viele Stimmorgane auf angenehmen und auch markanten Gesang eichen. Die Kunst liegt im Musizieren selbst. Ein Mozart hätte der beste Violinspieler der Welt sein können, den Ruhm hat ihm letztlich das Komponieren eingebracht. Und genau an diesem Kernpunkt des musikalischen Schaffens kann der Ire keine Ausrufezeichen setzen, sodass „Blood And Bones“ bei kaum einem Hörer hängen bleiben wird.

Man würde gerne mit Vorlieben im Bereich Folk und vereinzelt auch Jazz und Soul argumentieren, doch egal, welche Ansätze McArdle auch wählt, stets bleiben eigentümliche Elemente im Hintergrund. „Two Steps From Heaven“ gibt genau fünf Sekunden lang vor, es würde sich um Folk-Pop handeln, bevor zahnlos vorsichtiger, aber wenigstens nie aufdringlicher Radio-Pop aus den Boxen tönt. Und diese Maxime hält der irische Singer/Songwriter gnadenlos durch.

„Blood And Bones“ ist tatsächlich eines dieser Alben, die keinen Track herausstechen lassen und gleichzeitig kein überzeugendes oder wenigstens festes Konzept haben. Ohne Zusammenhang und - noch viel schlimmer - ohne Gefühl, plätschern die Titel nacheinander in die Gehörgänge. Selbst die Texte sind oftmals leere Phrasen statt intimer Alltagsweisheiten, wie man sie von den meisten Singer/Songwritern erwartet. Weder Texte und Musik, noch der Gesang wecken Interesse, geschweige denn Begeisterung beim Hörer.

Das Album ist der Inbegriff unauffällig gestrickter Popmusik, die über keine der Dimensionen von Musik beim Hörer ankommt. Besonders bei solchen Alben ist es schwer, den Finger in die Wunde zu legen, da die Musik nicht schlecht, sondern in erster Linie uninspiriert klingt. „Blood And Bones“ ist keine Katastrophe, sondern schlichtweg eine dieser Platten, die unbemerkt im Plattenregal verstauben werden, weil es einfach keinen einzigen Grund gibt, diese Musik den Weg in die Anlage finden zu lassen.

Anspieltipps:

  • Two Steps From Heaven
  • Why
  • Personal Space

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