Automatic Sam - Sonic Whip - Cover
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Automatic Sam Sonic Whip


  • Label: Quadrofoon Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Laut, dreckig und progressiv. Man kennt das ja.

Krass, wir sind ja mal richtig edgy. Automatic Sam haben keine Mühen gescheut, um aus ihrem Album „Sonic Whip“ ein Machwerk zu erzeugen, welches einen berechtigten Platz neben Bands wie Queens Of The Stone Age einfordert. Hooklines treffen unverfälschte Härte. Diese Formel klingt zunächst einmal ziemlich simpel und hat sich in größeren Kreisen als Erfolgsrezept bewiesen. Die richtige Mischung aus kantigen Riffs und einprägsamen Melodien ist allerdings ein schmaler Grat, der sich leicht verfehlen lässt.

Wie kann man denn hart und melodisch sein? Spielt man letztlich immer wieder denselben Song? Dieser Problematik müssen auch Automatic Sam gegenüber gestanden haben, da das Album auf struktureller Seite mit argen Problemen zu kämpfen hat. Der Opener „Sonic Whip“ und „End Of The World Delight“ lassen sich kaum unterscheiden, „See You“ versucht vergebens, durch extreme Kürze ein etwas anderer Rocksong zu sein und „I Island“ ist eine dieser Interluden, die weder Halbes noch Ganzes sind. Eine Verschnaufpause ohne Dramatik, Aufbau oder Verarbeitung des - kaum gehaltvollen - 90-Sekunden-Tracks „See You“ ist nicht ersichtlich.

Leider können auch die weiteren Interluden „No Exits“ und „Without A Sound“ niemanden vom Hocker hauen, sodass die Anzahl der positiven Elemente zumindest quantitativ kaum Land sieht. Zum Glück können die vier Positivbeispiele des Albums allerdings auch Interesse an Automatic Sam berechtigen. „Sonic Whip“ ist trotz der kurz darauf folgenden Kopie ein guter Track, der die Stimmung des Albums gut einfängt und im Zusammenspiel mit dem wohl stärksten Track „Set It Right“ endgültig den Charakter der Band zementiert - zumindest all das Wünschenswerte. Dazu kommt noch das starke „Ghost Town“, welches den eher Melodie getriebenen Stil des Openers aufgreift, allerdings über andere Instrumente und Blues-Elemente völlig anders wirkt und von Prog-Bands wie dEUS stammen könnte.

Den Abschluss der guten Seite des Albums macht der Rockbrocken „Rewind“, welcher abermals die nötige Härte auslebt, dabei allerdings nicht ganz an den Abwechslungs- und Ideenreichtum eines „Set It Right“ heranreicht. Man muss sich letztlich allerdings auch als Verfechter der starken Stücke eingestehen, dass die Gruppe auf definitiv zu viel Füllmaterial zurückgreifen muss und eine potenziell starke EP dem Hörer als mäßige LP verkauft wird. Die Kluft zwischen den guten und den nichtssagenden Stücken wird immer wieder derart offensichtlich offenbart, dass man sich als Hörer schwertut, sich nicht an dieser immer wieder aufkommenden Leere zu stören.

Anspieltipps:

  • Set It Right
  • Sonic Whip
  • Ghost Town

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