Chrysta Bell - This Train - Cover
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Chrysta Bell This Train


  • Label: QQ5JSM/Rough Trade
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album, das schon auf dem Cover eindeutige Botschaften in Wort und Bild sendet: „Produziert von David Lynch”.

Dass der amerikanische Regisseur David Lynch („Twin Peaks“, „Lost Highway“, „Mulholland Drive“) auch eine Vorliebe für elektronische Musik pflegt, ist spätestens seit seinem „Crazy Clown Time“-Album aus dem Jahr 2011 kein allzu großes Geheimnis mehr. Als Songwriter und Produzent hat er im selben Jahre auch das Debütalbum des singenden Modells Chrysta Bell begleitet und damit einen düsteren Soundtrack geschaffen, der den Geist seiner ebenso düsteren filmischen Großtaten atmet. Jetzt erscheint der Longplayer auch offiziell außerhalb der USA.

Bereits vor 14 Jahren fanden Chrysta Bell und David Lynch zusammen. Als Femme Fatale und Muse begleitete Bell das Schaffen des Meisters, bis er der in San Antonio, Texas, aufgewachsenen Sängerin zu ihrem Solodebüt verhalf, das sich klar abseits des Mainstreams positioniert und mit einer betörend schwermütigen Vorstellung aufwartet, zumindest was die Art des Gesangs und die sich wie ein dunkler Schleier um den Hörer legende Atmosphäre angeht.

David Lynch lässt einsame Züge durch die Songs fahren („This train“), Engel fliegen („Angel star“) und Tote auferstehen („Real love“). Es ziehen schwarze Sturm- und Gewitterwolken auf („Friday night fly“) und dicke Nebelschwaden wabern bedrohlich aus den Boxen („Down by Babylon“). Dazu liefert Chrysta Bell zu einem surrenden Twang von Surfer-Gitarren mal entrückten, mal gehauchten, mal flehenden Gesang mit viel Hall auf der Stimme ab, als wollte David Lynch die surrealen Welten von „Twin Peaks“, „Blue Velvet“ und „Lost Highway“ mit einem nachträglichen Soundtrack noch einmal auferstehen lassen.

Mit einem Dutzend zwischen Ambient-Klängen und Electro-Pop angesiedelten Tracks, erschuf das Duo Bell/Lynch einen auffallend düsteren, mitunter gespenstisch wirkenden Songzyklus, der auch einer Lana Del Rey gut stehen könnte, wenn diese den Faktor Pop gegen den Faktor Atmosphäre eintauschen würde. Aber da auch auf „This Train“ nicht alles Gold ist, was glänzt, wäre eine gesunde Mischung aus beiden Bereichen wohl die beste Lösung. Denn die knappe Stunde, die das vorliegende Werk läuft, ist besonders für depressionsgefährdete Menschen am Stück genossen nicht gerade empfehlenswert.

Anspieltipps:

  • Real love
  • This train
  • The truth is
  • Birds of flames
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