Birth Of Joy - Prisoner - Cover
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Birth Of Joy Prisoner


  • Label: Long Branch Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Birth Of Joy zeigen auf „Prisoner“ viele Gesichter – ohne dass dabei eines heraussticht.

So laut wie Wolfmother und so einfallsreich wie Queens Of The Stone Age. Das wäre doch mal eine Headline, die man gerne über sich liest. Im Fall der niederländischen Band Birth Of Joy werden die Lobeshymnen allerdings zurückhaltender ausfallen. Da wird man von gekonntem Spiel und wenigen Schwächen berichten, um die neue Scheibe „Prisoner“ schmackhaft zu machen. Dass das Album hingegen ohne jegliche Stärken aufwartet, wird im Zuge dieser relativierenden Aufwertung unter den Teppich zu kehren versucht.

Birth Of Joy wagen sich auf einen Mittelweg, der zwar rigoros der Langeweile den Kampf ansagt, allerdings auch nicht viel Platz für Höhen lässt. Vorzeigetrack und Opener in einem - „The Sound“ ist für die Albumanalyse gleich Gold wert. Durch das gemäßigte Tempo können sich Gitarren, Schlagzeug, Keyboard und diverse Rhythmen und Einflüsse gut zusammenfügen. Das Zusammenspiel der einzelnen Elemente funktioniert prächtig, doch als Stoner-Rocker muss dieses Lied bei sechs Minuten Spieldauer zumindest krachen. Das versucht „The Sound“ mit im Grunde der kompletten zweiten Hälfte, wenn laut ballernde Instrumentalparts übernehmen. Wirklich an Dynamik gewinnen dabei allerdings erst die letzten 15 Sekunden.

Die Gründe hierfür sind vor allem am Sound auszumachen. Sobald die meisten Lieder laut werden, klingen sie laut und blechern. Gitarren und Keyboard/Orgel-Klänge wirken mit einem Mal versetzt, sodass die trampelnden Drums Elemente ungewollt trennen, statt einen Rock-Orkan zu beschwören. Selten wirkt der abgemischte Ton wirklich so stimmig, dass man wie in „Grow“ und „Keep Your Eyes Shut“ tatsächlich mitgerissen wird.

Doch nicht nur wie die Lieder von technischer Seite klingen, kann den Spaß eingrenzen. „Rock & Roll Show“ und „Prisoner“ sind One-Trick-Ponies, die neben einer stimmigen Grundidee vergessen, ein ganzes Lied zu ergeben. Neben reiner Geschmacksfrage muss man also auch ganz klar abwägen: Reichen wirklich starke Songs wie „Grow“ und „Clean Out“, um über verwirrende und wüste Arrangements hinwegzutäuschen? Will man einfach nur in einen Strudel aus Klängen transportiert werden, erfüllt „Prisoner“, das Album, zwar mit „Longtime Boogie“ seinen Zweck, bremst jedoch gleichzeitig durch die überlangen und eher ruhigen „Holding On“ und Three Day Road“ aus. So scheitern Birth Of Joy am eigenen Januskopf, der zwar schon viele Gesichter, aber noch kein echtes Profil aufweisen kann.

Anspieltipps:

  • Keep Your Eyes Shut
  • Grow
  • Clean Cut

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