Black Knights - Medieval Chamber - Cover
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Black Knights Medieval Chamber


  • Label: Record Collection
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Trickfinger, Black Knights blend so naturally“.

Ursprünglich waren sie zu viert. Einer verließ die Truppe, der andere wurde 2007 in Compton erschossen. Von den Black Knights, die 1998 von RZA auf Wu-Tang Records gesigned wurden, sind nur noch Rugged Monk und Crisis übrig. Von Wu-Tang haben sie sich längst wieder getrennt, doch es war RZA, der zunächst Monk mit John Frusciante bekannt machte. Als der Virtuose darum bat, auch mal mit Crisis im Studio zu arbeiten, entstand aus der Zusammenarbeit schnell ein ganzes Album. „Medieval Chamber“, Black Knights' drittes Album von Frusciante produziert, war geboren.

Es ist nicht der erste Ausflug des Gitarristen in die Gefilde des HipHop, doch sicherlich der intensivste. Tatsächlich hat allen die Zusammenarbeit so gefallen - Frusciante gibt an, sich im Musikmachen nie so frei gefühlt zu haben -, dass daraus noch weitere Alben entstanden sind, die bald veröffentlicht werden sollen. Was daraus wird, bleibt abzuwarten, doch dieses erste kollaborative Album lässt einiges erwarten.

Tatsächlich ist „Medieval Chamber“ eine wunderbare Schau aus frischer aber Oldschool-anmutender Produktion. „Drawbridge“ wirft den Hörer in eine Sample-Collage aus Schüssen, Hydraulik-Sounds und klickendem Nachladen, bevor der eigentliche Track beginnt. In dem rappen Monk und Crisis back to back auf dichten Piano-Klängen, Violin-Einlagen und klaren Beats. Dieser erste Song ist schon ziemlich gut, doch die Jungs stellen mit dickeren Beats in „The Joust“ auch klar, dass nach der Zugbrücke die wahre Masse noch vor einem liegt.

In „Trickfingers Playhouse“ lebt Frusciante mit allerlei Synthies seine Liebe zu elektronischer Musik aus, die sich in den Tracks zuvor unterschwellig bemerkbar gemacht hat. Der Name Trickfinger bezieht sich auf Frusciante selbst, wie nicht nur die ersten Zeilen des Tracks offenbaren. Die eher fragwürdigen Ausschnitte eines Mike Tyson-Ausrasters sind ein Indikator für die vielen verschiedenen musikalischen Einflüsse, die Frusciante denen des Rap-Duos hinzufügt. Neben West-Coast-Raps führt „Medieval Chamber“ mit cleveren Samples durch die Kultur des Funk, Soul, Avant-Garde und Synth-Pop.

Es ist fast schon ein bisschen schade. Frusciantes Produktion ist so gut, dass sie Black Knights fast komplett die Show stiehlt, obwohl diese mit unfehlbarem Flow und interessanten Lyrics glänzen. Nur in „Medieval Times“ und „Keys to the Chastity Belt“ wird ihren Raps wirklich Raum gelassen. Dafür ist es bei den restlichen Tracks eine Freude, den beiden zuzuhören, wie sie gekonnt über die anspruchsvolle Produktion flowen und sich anpassen. Definitiv ein durch und durch gelungenes Album, das als überraschender Mitbewerber die Latte für 2014er HipHop schon früh ganz schön hoch legt.

Anspieltipps:

  • Sword in Stone
  • Trickfingers Playhouse
  • Deja Vu
  • Drawbridge

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