Reverend Horton Heat - Rev - Cover
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Reverend Horton Heat Rev


  • Label: Victory Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Rev“ ist ein feines Album geworden und damit für Rockabilly-Fans ohne Einschränkungen empfehlenswert.

Die Musik von Reverend Horton Heat ist wie ein alter Kumpel: Obwohl man sich schon tausendmal getroffen hat und zwischenzeitlich getrennte Wege gegangen ist, kommt da doch diese außerordentliche Freude auf, wenn man sich wieder begegnet. Genauso läuft das mit diesen drei Texanern: Ihr zwischen Rockabilly und Psychobilly pendelnder Rock’n’Roll ist nichts Neues, die Regeln sind bekannt, fast alle Wege schon beschritten. Und trotzdem gehört es zur Eigenheit dieser Musikrichtung, dass sie es immer wieder schafft, eine beneidenswerte Coolness zu transportieren. Also dann: Das verchromte Mikrofon zurechtgerückt, die Oberlippe hochgezogen und los geht die Zeitreise!

Die Pforten zur Welt von Reverend Horton Heat werden mit dem stimmungsvollen „Victory Lap“ aufgestoßen, das zunächst ohne Gesang das Revier markiert, um nach drei Minuten bedingungslos und völlig unbemerkt in „Smell Of Gasoline“ überzugleiten. Irgendwer mag auf diesen Alben immer den Geruch von Benzin, vor allem, wenn auf dem Cover ein Auto, mehrere Panzer und ein Flugzeug abgebildet sind. Reverend Horton Heats Rezept, bei dem je nach Song Punk, Country oder Rock’n’Roll die Hauptzutat bilden, geht hier bereits voll auf und überträgt sich auf direktem Weg in die Beinmuskulatur der Hörer. Und so, wie der Rock’n’Roll niemals gestoppt werden kann („Never Gonna Stop It“), so kann auch niemand diese drei Typen aus Dallas von ihrem Ziel abbringen, mit ihrem elften Studioalbum heftig abzuliefern.

Für eine Band, die bald ihr 30-jähriges Bestehen feiert, klingt „Rev“ geradezu sensationell ambitioniert und frisch – und das trotz der verhältnismäßig begrenzten Variationsmöglichkeiten im Bereich Rockabilly. Da wird in „Zombie Dumb“ dann einfach mal der Fokus auf die fortlaufende Wiederholung des Songtitels, gepaart mit diversen Kampfschreien gelegt, um Abwechslung zu schaffen. In „Scenery Going By“ lässt Jim Heath zu Beginn standesgemäß den Elvis Presley raushängen, in „Hardscrabble Woman“ übernimmt der Johnny Cash in ihm das Ruder und wenn mal keiner der beiden verfügbar ist, bringt der „Reverend“ so etwas wie seine eigene Idee von einem Garagenrock-Sänger an den Start, woraus dann Nummern wie „Spooky Boots“ und „Chasing Rainbows“ wiederum ihren Reiz schöpfen. „Rev“ ist ein feines Album geworden und damit für Rockabilly-Fans ohne Einschränkungen empfehlenswert.

Anspieltipps:

  • Smell Of Gasoline
  • Chasing Rainbows
  • Spooky Boots
  • Mad Mad Heart

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