Striving Vines - Obstacles - Cover
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Striving Vines Obstacles


  • Label: Popup Records/CARGO
  • Laufzeit: 37 Minuten

Dieser Artikel ist ausschließlich Digital erhältlich.

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5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Melodiöser, leider auch gleichförmiger Indie-Pop, der auf die 80er verweist und etwas zu glatt poliert rüberkommt.

Die Striving Vines sind Dänen und debütierten im Jahr 2011 mit dem Album „Can’t Win Them All“. Mit ihren Singles „Too Much Vine“, „Circles“ und „Hard Drive On Standby“ erreichten sie einige Radiostationen und mit über hundert Shows erspielten sie sich das einschlägige Konzertpublikum. Für ihr nun vorliegendes zweites Album nennen die Dänen MGMT, Beach House, Lykke Li, David Bowie, Tame Impala und einige andere als Inspirationsquellen. Die Produktion nahmen sie dieses Mal in ihre eigenen Hände, um ganz nach sich selbst zu klingen.

Auf „Obstacles“, so der Titel ihres neuen Longplayers, bedienen sich die Striving Vines vor allem am Sound der 80er-Jahre. Damals wurde am perfekten Pop-Song und dessen Klangbild gearbeitet. Diesem Vorsatz scheint auch das dänische Quartett zu folgen, es geht gar einen Schritt weiter und nennt den Opener „Sound Of Tomorrow“, wobei dieser eher den Klang jener 80er widerspiegelt, als in die Zukunft zu weisen. Der Song entpuppt sich als Prototyp mit New Wave Synthesizer-Sounds, funkigen, gen Disco weisenden Rhythmen und einer eingängigen Melodie. „We Both Know“ zielt in die New Romantic-Richtung mit silbrigen Synthies, hallenden E-Gitarren und einem Funk-Bass.

Der Songreigen setzt sich in jener Gleichmäßigkeit fort und die melodiösen Songs sind leider kaum voneinander abzugrenzen. Handwerklich und produktionstechnisch ist das alles sehr gut in Szene gesetzt worden und die Dänen haben durchaus das Potential, in die Charts einzusteigen. Nebenbei gehört klingt das auch relativ nett, in die Tiefe geht es nicht. Da wurde alles glatt poliert, so dass man Ecken oder Kanten vergeblich sucht. Vielleicht sollte ihnen mal jemand alte Orange Juice-Platten oder Soloscheiben von Edwyn Collins vorspielen, damit sie wissen, dass sich die 80er-Jahre auch anders verbraten lassen.

Wer auf leichtere Kost steht, wird von den Striving Vines gut bedient und wie gesagt: Sie verstehen ihr Handwerk und wissen, wie radiotaugliche Musik geschrieben wird und funktioniert. Neben den Einflüssen der 80er-Jahre schimmern bei den Dänen hin und wieder auch Britpop und einige wenige MGMT-Anklänge durch. Bleibt zu hoffen, dass diese auf weiteren Alben etwas mehr in den Vordergrund rücken.

Anspieltipps:

  • Sound Of Tomorrow
  • Only Time Will Tell
  • Far Away

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