All The Luck In The World - All The Luck In The World - Cover
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All The Luck In The World All The Luck In The World


  • Label: Haldern Pop Recordings
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Platte für die junge Liebe 2014.

Die Zeiten, in denen überdimensional große Bands wie Coldplay so bedächtige und minimalistische Stücke wie „Green Eyes“ und „See You Soon“ gespielt haben, sind lange vorbei. Solch kleine Perlen und großer Firlefanz sind die einsamen Ausnahmen auf bombastisch inszenierten Alben. Da trifft es sich gerade recht, dass All The Luck In The World diesen Status noch vor sich haben. Natürlich muss man nach diesem starken Debüt bangen, wann die irische Band sich in neue Sphären wagt. Doch darüber zu spekulieren, geht zu diesem Zeitpunkt doch etwas zu weit.

Schließlich ist man im Jetzt und fühlt das in den intimen Arrangements der Band deutlich. Die akustisch gehaltene Stadion-Hymne „Never“ lässt im Vergleich schnell falsche Schlüsse zu. Die Iren setzen nicht auf treibende Gitarren, sondern auf behutsame Singalongs. Und diese Singalongs sind von eben einer bittersüßen Sorte, die junge und jung gebliebene Herzen aufgehen lassen sollte. „Conquer“ ist mit seinem Minimalismus und zarten Strophen tatsächlich darauf aus, unsere Herzen zu erobern und „Away“ ist ein gekonntes Kammerspiel, welches mit Hilfe von Streichern die Wärme und Einträchtigkeit erreicht, welche der Opener über die Bläser vermittelt.

Mit solchen Tracks zeigen die Iren, dass sie gefühlvollen Songs von Bands von Welt in nichts nachstehen. Um den Vergleich zu Coldplay erneut zu ziehen, werden kenntnisreiche Hörer Tracks wie „Now My Feet Won't Touch The Ground“ und „UFO“ im Gehörgang resonieren spüren, wenn All The Luck In The World ihre unmerklich scheinenden, aber stets gefühlvollen Songs spielen. Dass ein zu diesen ruhigen Stücken gehörendes „Haven“ nicht so viel Aufmerksamkeit wie die Single „Never“ oder auch das gegen Ende explodierende „Your Fires“ einheimst, erklärt sich nur auf den ersten Hördurchgang.

Wenn der Ohrwurmfaktor eines „Never“ aufgebraucht ist, wird man stets die vielen leisen Töne des Albums zu schätzen wissen. Deutlich wird diese These auch bei den aufbrausenden „Dark Eyes“ und „Knots“, die leider neben Schmerz und Intensität in der Stimme nicht die Gefühle der ruhig gehaltenen Tracks hervorrufen können. Sieht man von diesen beiden eher mäßigen Stücken ab, hat „All The Luck In The World“ alles, was ein gutes Debüt braucht: Eine klare Richtung, die auf die Stärken der Neulinge abgestimmt ist, eine catchy Einstiegssingle und viele Lieder, für welche man das Album jederzeit wieder abspielt, sind das Rezept für einen weiteren Geheimtipp des noch jungen Jahres.

Anspieltipps:

  • Conquer
  • Your Fires
  • Away

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