Mighty Oaks - Howl - Cover
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Mighty Oaks Howl


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein brauchbares Folk-Album ohne Marcus Mumford. Sachen gibt’s...

Folk-Pop ist das Modewort der jüngsten Musikgeschichte. Was Mumford & Sons mit ihrem „Little Lion Man“ und dem dazugehörigen „Sigh No More“-Album aus dem Jahr 2009 lostraten, brachte in der Folge den regelrechten Boom eines bis dato vom Massenpublikum weitestgehend verschmähten Genres mit sich. Aus dem Banjo war urplötzlich ein hippes Instrument geworden.

Mighty Oaks springen auf den so erfolgreich durch die Lande rasenden Zug auf und liefern auf ihrem Erstling klassische Songwritermusik mit folkigem Anstrich. Das erwähnte Banjo bleibt zumeist im Schrank, dennoch besitzen die Songs von „Howl“ einige Facetten, die Marcus Mumfords erfolgreichem Vierer aus den USA alle Ehre erweisen.

Stichwort Herkunft: Die Mighty Oaks sind eine multikulturelle Truppe. Aus Amerika, Italien und England stammend, trafen sich die drei schließlich rein zufällig in Berlin und gründeten dort vor vier Jahren ihre Band. Irgendwo geht der Dreier also als deutsche Folk-Band durch. Trotz oder gerade wegen ihrer unterschiedlichen Wurzeln gelingt es den Jungs, in einem nicht zuletzt durch das massive Airplay der letzten Jahre eigentlich plattgetretenen Genre, dennoch einen eigenen wiedererkennbaren Stil zu entwickeln.

Fast alle Songs auf „Howl“ werden von der akustischen Gitarre getragen. Je nach Laune gesellen sich dann Mandoline, Drums, Keyboard oder eben Banjo hinzu. Textlich wird es gerne rührend, etwa im eröffnenden „Brother“, in dem die Band das Thema Freundschaft auf seine romantischste Art und Weise behandelt. Der Song landet inhaltlich irgendwo zwischen „This Hard Land“ und „Blood Brothers“ von Bruce Springsteen, überzeugt mit starkem Refrain und zählt zu den besten der Platte.

Ebenfalls ein Highlight: Das bereits auf der gleichnamigen EP veröffentlichte „Just One Day“. Wieder beginnt eine harmlose Akustikgitarre, wieder fügt die Band nach und nach weitere Instrumente hinzu und erzeugt so einen interessanten Stimmungsaufbau, wie er vielen ihrer Songs innewohnt. Keine Frage, das Songwriting funktioniert.

Mighty Oaks sind relevant! Auf ihrem Debüt gelingt dem Trio mehr musikalische Abwechslung als Mumford & Sons auf beiden Alben zusammen, dazu gesellen sich tolle weil emotionale Texte und ein ausgefeiltes Songwriting. Mehr davon!

Anspieltipps:

  • Brother
  • Just One Day
  • Howl

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