Chris Pureka - How I Learned To See In The Dark - Cover
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Chris Pureka How I Learned To See In The Dark


  • Label: Haldern Pop Recordings
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Chris Pureka setzt sich mit „How I Learned To See In The Dark“ in der Singer/Songwriter-Elite fest.

Endlich bekommen wir den Song über eine Abrissbirne, den wir verdienen! Spaß beiseite. Chris Pureka liefert mit ihrem eigenen „Wrecking Ball“ nicht nur eine weniger pathetische und emotional glaubwürdigere Komposition als so mancher Popstar ab, sondern schafft mit „How I Learned To See In The Dark“ ein Singer/Songwriter-Werk, das es in sich hat. Mit der Bestimmtheit einer Aimee Mann, dem Gespür für traurig schöne Arrangements eines Damien Rice und zu guter Letzt der Ruhe von Altmeistern wie Neil Young, bringt die Amerikanerin all die Ingredienzien für einen echten Folk-Star mit.

Der angesprochene Opener „Wrecking Ball“ ist dabei nicht mehr als eine Fingerübung Purekas. Ein bewegender Track, der trotz Eingängigkeit und beschwingter Grundmelodie eine Schwere mit sich bringt, welche den Ernst des Inhalts wiedergibt. Mit Country-Streichern und ihrer überzeugten Stimme schafft sie es schon, in diesen für ihre Verhältnisse schnellen Track viel Energie zu packen. Ähnliches gelingt ihr im ebenfalls aufbegehrenden, wenn auch offensichtlich nachdenklicheren „Broken Clock“ sowie dem energetischen „Lowlands“. Und diese Art von Musik ist noch gar nicht das Fachgebiet Purekas.

Wirklich zum Dahinschmelzen ist das Album nämlich erst, wenn Pureka die Lautstärke herunter dreht und Instrumente auf das Nötigste reduziert. Dann kann sie mit ihrer Stimme spielen und die zu vermittelnden Emotionen vielschichtiger steuern. Meisterwerke wie „Hangman“, „Damage Control“ und „August 28th“ begegnen Hörern nur alle paar Jahre. Chris Pureka versteht mit verfolgender Schwere („Damage Control“) wie mit einprägsamen Melodien („August 28th“) zu überzeugen und schafft ein paar Lieder, die man so schnell nicht vergessen wird.

Zu diesen wirklich herausragenden Stücken gesellen sich dann noch die bereits genannten, sehr gut strukturierten Nummern, welche die nötige Abwechslung liefern. Und auch die Mittelwege zwischen besagten Ansätzen machen sich durchweg gut, sodass Pureka nicht bloß ein Album ohne Schwächen gelingt. „How I Learned To See In The Dark“ ist ein Folk- und Singer/Songwriter-Album, welches immer gefällt, größtenteils begeistert und in den richtigen Momenten verzaubert. Der Standard für das Genre für das Jahr 2014 ist gesetzt.

Anspieltipps:

  • Hangman
  • Damage Control
  • August 28th

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