The Black Sheep - Politics - Cover
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The Black Sheep Politics


  • Label: Intono Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch Jahre später konservieren The Black Sheep die Energie und Power ihres Debüts und dürfen langsam Ansprüche anmelden.

Die vier jungen Damen aus Köln namens The Black Sheep sind nach ihrem durchaus beeindruckenden Debüt „Not Part Of The Deal“ nach knapp fünf Jahren wieder zurück. Und die Band setzt da an, wo sich Vorbild (?) Paramore letztes Jahr noch so schwer getan hat. Wer vorher noch keine Parallelen zwischen den amerikanischen Senkrechtstartern von einst und der deutschen Alternative Black Sheep gezogen hat, dem wird das noch ein wenig mehr auf Radiosound getrimmte „Politics“ die Augen öffnen. Dass Zugänglichkeit und Massenappeal nicht gleich von fehlender Härte und austauschbarem Schablonenrock zeugen müssen, kann die Band dabei glücklicherweise weitestgehend belegen.

Um die Vergleiche mit Paramore deutlich zu machen, muss nur die Ohrwurmgarantie in Form von „Leaders Of The World“ angespielt werden. Alles was Tracks wie Paramores „Born For This“ groß gemacht hat, wird auch von The Black Sheep richtig gemacht. Die saftigen Riffs, die übrigens von der hervorragenden Produktion der Platte profitieren, müssen keinen Halt vor Melodien und Kinderchören machen, sodass eine ehrlich klingende, laute Rock-Hymne entsteht, die sich gewaschen hat. Die meisten anderen Songs können mit diesen Hooklines zwar nicht mithalten, doch trotz klar erkennbarer Pop-Strukturen packen die vier Frauen genug Energie in Lieder wie „Make Of Me“ und „Hypocrisy“. Und da die Band mit „Maybe“ und „Still Gone“ noch weitere potenzielle Hit-Singles präsentiert, kommt nicht das Gefühl des einsamen positiven Ausreißers auf.

Selbst Balladen gelingen den schwarzen Schafen glaubwürdig, wenn auch „No Other“ als einzige dieser Nummern wirklich über dem Durchschnitt abschneidet. „Fireless“ ist schön anzuhören, aber letztlich doch braver Durchschnitt und der Titeltrack ist tatsächlich der große Schwachpunkt des Albums. Ausgerechnet das Lied, welches sich thematisch mit anderem als Liebe auseinandersetzt, will so gar nicht zünden. Dann doch lieber die nicht immer treffende und vor Stereotypen triefende Classic-Rock-Hymne „Motorcycle Emptiness“. Da stimmt zwar nicht alles, doch zumindest die Intention ist löblich und zeigt, dass die Band mehr als knappe drei Minuten auszufüllen weiß.

Wenn die Mädels es in Zukunft noch schaffen, Texte zu schreiben, die sich nicht bloß um recht generische Liebesthematiken drehen, sondern mehr Lieder der Marke „Leaders Of The World“ und „Do Or Die“ generieren, dann darf ihr Siegeszug gerne weitergehen. Dazu noch die eine oder andere richtig einprägsame Nummer und fertig wäre Deutschland unangefochtene internationale Rockhoffnung. Nach einer halben Dekade Pause mit einem guten Album zurückzukehren, dass immer noch frisch wirkt, ist allerdings auch keine zu verachtende Leistung.

Anspieltipps:

  • Leaders Of The World
  • Still Gone
  • Maybe

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