Christina Perri - Head Or Heart - Cover
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Christina Perri Head Or Heart


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das legendär als „schweres“ zweites Album ins Rennen geschickte Zweitwerk entpuppt sich als genau solches.

Wer als Newcomer wie Christina Perri (28) bereits von seinen ersten drei Singles allein in den USA mehr als 7,5 Millionen Einheiten verkaufen kann, legt nicht nur einen Bilderbuchkarrierestart hin, sondern ist auch auf einen Schlag den Makel eines One-Hit-Wonders los. Nichtsdestotrotz zeigt der Werdegang von Christina Perri aber auch, dass starke Singleverkäufe heutzutage keinen Garanten für außergewöhnliche Longplay-Verkaufszahlen mehr darstellen, wobei die geschätzt zwei Millionen weltweit verkauften Alben von „Lovestrong“ (05/2011) immer noch eine sehr gute Marke sind.

Aus diesem Grund lastete auf Christina Perri vor den Aufnahmen ihres neuen Albums „Head Or Heart“ durchaus Druck. Label und Publikum haben eine Erwartungshaltung aufgebaut, die es mit dem Zweitwerk zu bestätigen gilt. Wie schön, wenn man sich in so einer Situation mit dem Produzenten Jake Gosling (u.a. Ed Sheeran, Paloma Faith, One Direction), der sich um neun der 13 Tracks auf „Head Or Heart“ kümmerte, eine Allzweckwaffe bzw. eine gewisse Hit-Garantie ins Studio holen kann. Die restlichen Tracks wurden zudem von Jack Antonoff (Carly Rae Jepsen, Sara Bareilles), Martin Johnson (Avril Lavigne, Jason Derulo), John Hill (P!nk, Santigold) und Butch Walker (Taylor Swift, Fall Out Boy) betreut, die auch nicht als Schlafmützen bekannt sind.

Doch trotz dieser massiven Verstärkung, ist „Head Or Heart“ das berühmt-berüchtigte zweite Album geworden, das erwartungsgemäß auf zwei Säulen stehen sollte: Christina Perris markanter Stimme und ihrem Faible für ans Herz gehende Balladen. Doch die mit italienischen und polnischen Wurzeln ausgestattete Sängerin aus Pennsylvania will sich auch dem klassischen Radio-Pop nicht verschließen und taucht dazu erst einmal in seichte Gewässer ab („Burning gold“), die mit der latenten Melancholie ihres Debüts nicht mehr viel gemein haben. Das mag funktionieren, wenn dazu auf die Geschicke eines Ed Sheeran zurückgegriffen werden kann („Be my forever“), doch meistens liefert die 28-Jährige leider nur austauschbare Stangenware ab („One night“).

So bleibt auch heuer festzuhalten, dass Christina Perri immer dann am stärksten agiert, wenn sie Balladen zum Besten gibt („Human“, „Sea of lovers“, „Butterfly“), auch wenn diese auf dem aktuellen Werk weniger minimalistisch ausfallen und stattdessen mit Effekten und Studio-Bombast überlagert sind („I don’t wanna break“, „Shot me in the heart“). Das nimmt den Songs häufig die Intimität. Doch mit dem Charme der wenigen reduzierten Balladen kann zumindest noch die Durchschnittsmarke erreicht werden.

Anspieltipps:

  • Human
  • Sea of lovers
  • Be my forever
  • I don’t wanna break
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