Left Boy - Permanent Midnight - Cover
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Left Boy Permanent Midnight


  • Label: Downbeat/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Kein weltverändernder, heißer Scheiß, aber auch kein Einheitsbrei, der weit hinter den gut ausgewählten Singles zurückbleibt.

Da bahnt sich was an: Auf Youtube hat es Left Boy schon geschafft, die Klickzahlen lassen sich teilweise nur noch in Millionen angeben, auch auf den größten Festivals ist er bereits aufgetreten und die Ticketpreise für seine anstehende Tour sind... naja, sagen wir mal mutig. Denn was dem 25-jährigen Österreicher in seiner Sammlung noch fehlt, ist ein Studioalbum, das all diesen hohen Erwartungen standhält, mit denen der Rapper mittlerweile konfrontiert wird. Ganze vier Singles hat Left Boy schon rausgehauen, jetzt kann auch das ganze Paket unter dem Titel „Permanent Midnight“ käuflich erworben werden.

Man muss Ferdinand Sarnitz, so der bürgerliche Name von Left Boy, zugutehalten, dass er es sich nicht einfach gemacht hat. Er hätte 12 von diesen „Wir sprengen deinen Club / hörst du den Sound / überall Bitches / die Kohle stimmt / Baby, schüttel, was du hast“-Songs aufnehmen können, schön mit fetten Drum’n’Bass-Beats, dazu etwas Dubstep und fertig ist die Laube. Dem Partyvolk hätt‘s gefallen, jedenfalls dem Teil, der auch auf Icona Pop und Macklemore steht. Das wäre der verhältnismäßig einfache Weg gewesen, den nach dem „Call Me Maybe“-Remix und der Auskopplung „Get It Right“ nicht wenige erwartet hätten. Doch es kommt alles anders: Left Boy startet mit seinem Debüt den Versuch, ein inhaltlich und musikalisch abwechslungsreiches Album vorzulegen, etwas Persönliches, das nur möglichst schwer austauschbar ist.

„Permanent Midnight“ ist natürlich korrekt produziertes, mit den unterschiedlichsten Samples versehenes Clubfutter („Through“, „Security Check“), aber zwischendurch auch mal Reflexion über seine frühe Vaterschaft („Marie“), Ruhm („Star“) und seinen Sohn („That’s How Much“). Zugegeben: „10 AM“ wirkt reichlich zerfahren, die Akustik-Ballade „Everything Flows“ deplatziert, der Rest ist allerdings ok, kein weltverändernder, heißer Scheiß, aber auch kein Einheitsbrei, der weit hinter den gut ausgewählten Singles zurückbleibt. Vielleicht hält „Permanent Midnight“ nicht alle Versprechen, die Left Boy direkt oder indirekt gegeben hat, aber das Album bringt ihn immerhin in eine gute Ausgangslage und zeigt, dass dieser Typ nicht zu unterschätzen ist.

Anspieltipps:

  • Get It Right
  • Security Check
  • Through

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