We Invented Paris - Rocket Spaceship Thing - Cover
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We Invented Paris Rocket Spaceship Thing


  • Label: Spectacular Spectacular
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die neue Pop-Seite an Placebo hat Gefallen gefunden? Dann gibt es Nachschub von We Invented Paris!

Es war doch eine kleine Überraschung, wie poppig das letzte Placebo-Album ausgefallen ist. Nicht, dass Brian Molkos nasale Stimme unpassend für Pop-Musik wäre, doch die Mischung aus Pop und... Nicht-Pop hat „Loud Like Love“ als ungereimtes Machwerk dastehen lassen. We Invented Paris gehen ohne das Gewicht einer Kult-Vergangenheit und Rock-Ambitionen auf eine Pop-Rock-Reise, die deutlich auf süßlich treibende Pop-Melodien setzt, um das Publikum hinter sich zu vereinen.

Die richtigen Zutaten, um einen einheitlichen, aber nicht langweiligen Stil für den Massenmarkt zu erzeugen, bringen die Mannen auf jeden Fall mit. Mit „Mont Blanc“ und „Auguste Piccard“ liefert die Band gleich zwei taugliche Radionummern, die mit Ohrwurmrefrain („Mont Blanc“) und Indie-Party-Melodie („Auguste Piccard“) für positives Feedback sorgen werden. Was schon zu Beginn auffällt, ist dass diese Lieder trotz der sehr weichen Note stets treibend klingen. Auch wenn „Everyone Knows“ und „Zeppelins“ nicht so leicht wie das Auftaktduo im Ohr bleiben, muss dieser Musik zugestanden werden, dass sie stets in Bewegung scheint. So geradlinig die Lieder auch gestrickt sind, verlieren sie zu keinem Zeitpunkt an Fahrt.

Neben der gekonnten Durchschnittsware gibt es mit dem Auftakt und „Polar Bears“ auch drei angenehme Ohrwürmer. Dazu kommen die erstaunlich komplex gestalteten „Farmer“ und „Sleeptalker“, welche die Band in einem sphärischen Licht erstrahlen lassen. Der Clou: Trotz des Art-Anklangs bleiben We Invented Paris zugänglich, wenn auch nicht auf Anhieb so packend. Dafür profitieren die beiden genannten Stücke von mehreren Durchläufen umso mehr. Ermüdung wird viel eher bei den harmlosen Nummern einsetzen. „Dance On The Water“ und „Treeless“ haben als Balladen keinerlei emotionale Wucht und „Philosopher“ ist dann selbst für die Verhältnisse der Band ein zu seichter Titel.

Damit häufen sich die Mittelmaß-Erlebnisse auf „Rocket Spaceship Thing“ leider, sodass der größtenteils sehr gute Eindruck der besseren Lieder immer wieder überschattet wird. Glücklicherweise hat das Album bis zur Hälfte einen sehr guten Flow, doch durch die fehlende Dominanz überzeugender Tracks während der zweiten Hälfte wird das Gros an Durchschnitt leider zu oft in den Fokus gerückt. Deswegen müssen sich We Invented Paris die Kritik gefallen lassen, dass sie ihre an einigen Stellen fehlende Kreativität und Genauigkeit nicht gut genug kaschieren. Auf der nächsten Scheibe werden Emotionen hoffentlich nicht gezwungen über minimalistische Balladen, sondern über ausgereiften Pop („Sleeptalker“) transportiert. Und wenn dazu die Verharmlosung des Pop-Rocks nicht zwei Mal zu oft auf die Spitze getrieben wird, dann ist für die Band mehr drin als bloß durch ein paar Singles glänzen zu können.

Anspieltipps:

  • Auguste Piccard
  • Farmer
  • Sleeptalker

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