The Hosts - Softly, Softly - Cover
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The Hosts Softly, Softly


  • Label: Fierce Panda/CARGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Schmalz lass nach!

Für einen ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Und der fällt bei The Hosts’ „Softly, Softly“ verheerend aus. Erst gesteht die offizielle Presse-Mitteilung, dass das Album durchaus kalkuliert pünktlich zum Valentinstag erscheint, um die ach so emotionalen Texte und Melodien auch würdig an Mann und Frau zu bringen. Hat da jemand „Kommerz“ gerufen? Dann offenbart ein Blick auf die Playlist eine Ansammlung von Belanglos-Titeln, wie sie Papa Bohlen persönlich nicht irrelevanter hätte formulieren können. „The One“, „Wake Up“, „Show Me The Way“ und - Trommelwirbel - „Go Away“. Ein gezielt zum Valentinstag veröffentlichtes Album mit unkreativem Inhalt. Mal ehrlich: Dieter, bist du’s?

Nein ist er nicht, dennoch trieft „Softly, Softly“ vor Schmalz und hat mehr nervenaufreibende Längen als die Langlaufloipen in Sotschi. „Would You Be Blue“ schmachtet von der ersten Minute an unangenehm vor sich hin und fällt damit auch dem romantischsten Pärchen auf den Nerv. Eine Grundstimmung, die „The Hosts“ im weiteren Verlauf nicht mehr entscheidend verändern werden.

Kalkulierte Emotionen haben noch nie funktioniert und gerade auf dem Feld der Liebe muss Musik aufpassen, nicht zu sehr in Kitsch und Geschnulze abzudriften. Die Bon Jovi-Falle umgehen. Mission failed. Einerseits sucht man interessante Songstrukturen und Überraschungen auf „Softly, Softly“ vergebens. Das ist bei Popmusik nunmal so, mögen sich jetzt die Kuschelrockhörer empören. Andererseits, und das ist das eigentliche Problem, plätschert die Platte von der ersten Minute an ohne wirkliches Highlight vor sich hin. Einzig „Give Your Love To Her“ bricht ein wenig aus dem ständig gleichen Mischmasch aus gekünstelter Romantik und herbeigeschleimter Kaminfeuer-Atmosphäre aus.

Schmusesongs an sich müssen natürlich keinesfalls schlecht sein. Wenn sie aber derart uninspiriert daherkommen wie in diesem Fall, so muss die künstlerische Leistung dahinter doch dringend hinterfragt werden. Wirklich aufrichtig klingt keine der ach so romantischen Emotionen, die The Hosts zum Valentinstag vermitteln wollen. Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck. Aber die hätte die Band auch nicht verdient.

Anspieltipps:

  • Give Your Love To Her

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