Wild Beasts - Present Tense - Cover
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Wild Beasts Present Tense


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Niemand hat ein Abo auf Meisterwerke, auch die Wild Beasts nicht.

Die Kritikerlieblinge Wild Beasts, deren drei Alben auf keinem Zettel zarter Indie-Rock-Opinion-Leader fehlen dürfen, haben die Gitarren vollständig weggekuschelt und ein, man glaubt es kaum, noch sublimeres, feinfühligeres und zarter besaitetes Album erschaffen, als es der Vorgänger „Smother“ war. Schlechte Musik ist von dieser Combo nicht zu erwarten, das war klar. Aber mit „Two Dancers“, einem Meisterwerk der gitarrenbeseelten Gefühlsvermittlung, und mit „Smother“, dem feingeistigen Monument stolzer Sensibilität, im Resümee, entstand eine Erwartungshaltung, die nur sehr schwer zu befriedigen ist.

Ein bisschen wie mit The XX und ihrem Zweitwerk, ist die Kongruenz zwar groß zwischen „Smother“ und „Present Tense“, die Synthies vorherrschend, die auf „Two Dancers“ so meisterhaft vorgetragenen verspielten Gitarrenläufe weit zurückgefahren und in den Hintergrund produziert, und dennoch fühlt es sich alles etwas weniger mächtig, weniger eindringlich an, ohne dass die Band konkret etwas falsch machen würde, außer eben gar keine Kanten mehr zu haben.

Im Verlauf ihrer vier Alben sind die Wild Beasts von wilden Softies, die Ecken, Kanten und Unanständigkeiten zuließen, zu Meistern der Intimität geworden, die kein einziges Mal die Stimme zu lautem Schrei erheben. Der Bariton Hayden Thorpes umspielt immer noch den Falsett Tom Flemings und bildet diese eigentümliche stimmliche hoch-tief-Ambivalenz, die den Wild Beasts so eigen ist. Auch sind „A Simple Beautiful Truth“, „Mecca“, „Sweet Spot“ oder „Nature Boy“ wunderschöne Oden an die Feingeistigkeit. Und doch: Für eine der besten Bands Englands ist „Present Tense“ ein wenig, nicht viel, unter den immensen Erwartungen zurückgeblieben.

Anspieltipps:

  • Nature Boy
  • A Simple Beautiful Truth
  • Mecca
  • Sweet Spot

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