Steel Panther - All You Can Eat - Cover
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Steel Panther All You Can Eat


  • Label: Open E Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„I don’t wanna know who’s sucking my dick today. I’m going to the glory hole. I’m gonna blow my load at the glory hole”. Und wer macht die Sauerei wieder weg!?

Nach zwei Longplayern für den Major Universal Records („Feel The Steel” und „Balls Out”), die zwischen Kunst, Parodie und absolutem Schrott pendelten, müssen die amerikanischen Hair-Metal-Weltretter von Steel Panther inzwischen kleinere Brötchen backen. Ihr neues Album finanzierten sie im Internet über Pledge Music und bringen es auf dem bandeigenen Label Open E Records im Vertrieb von Kobalt Label Services (u.a. die Heimat von Travis, den Pet Shop Boys, Nick Cave und The Birds Of Satan) auf den Markt. Das Werk wurde wie schon seine Vorgänger von Jay Ruston (Anthrax, Stone Sour, Meat Loaf, The Donnas, The Winery Dogs) produziert und bietet traditionell, diesmal mit Vivian Campbell von Def Leppard an der Gitarre, wieder einen berühmten Gast auf, der im Song „Gangbang at the old folks home” zu hören ist.

„Gangbang“? Alles klar! Die Texte von Steel Panther sind also immer noch alles andere als jugendfrei und mit einem ganz speziellen Humor gesegnet, der selbst beinharte Hart-Metaller in zwei Lager teilt, da man sich als Genre-Fan immer latent von den Herren Ralph Saenz (Michael Starr, Gesang), Russ Parrish (Satchel, Gitarre), Travis Haley (Lexxi Foxxx, Bass) und Darren Leader (Stix Zadinia, Drums) verarscht fühlt. Dabei sind Steel Panther alles andere als Dilettanten. Sie beherrschen ihre Instrumente wie im Schlaf („Fucking my heart in the ass“), sie zaubern mitunter richtig coole Riffs aus dem Hut („Pussywhipped“) und sie verfügen über einen Sänger, der selbst gegen die ganz Großen der Szene wie Dio oder Sebastian Bach anstinken kann („Bukkake tears“).

Natürlich orientieren sich Steel Panther bei ihren Songs auch weiterhin sehr auffällig an den Hardrock-Kings der 80er Jahre (Mötley Crüe, Van Halen, Whitesnake, Skid Row, Def Leppard, Cinderella). Deshalb muss zu Recht die Frage gestellt werden, welchen Stellenwert Steel Panther hätten, wenn sie mit ihren spätpubertären Texten nicht ständig provozieren wollten und wenn sie optisch nicht wie übertriebene Glam-Metal-Poser auftreten würden. Eine erneute Indizierung wie bei „Balls Out“ (11/2011) ist jedenfalls nicht ausgeschlossen, die natürlich den Texten und nicht dem Outfit geschuldet wäre.

Fakt ist, dass die vier Amerikaner dem Hörer mit den schweinischen Texten auf ihrem neuen Album relativ schnell auf die Nerven gehen und in der Folgezeit nicht in der Lage sind, echte Übersongs abzuliefern. Damit ist „All You Can Eat“ zwar noch lange kein schwaches Werk, aber wenn man ehrlich ist, auch nicht mehr als solider, gehobener Durchschnitt mit einigen starken Momenten. Vielleicht muss der geneigte Hörer vor dem Genuss von „All You Can Eat“ aber auch einfach nur sieben bis elf Bier trinken, um so draufzukommen, wie Steel Panther bei ihrer Definition des letzten Abendmahls.

Anspieltipps:

  • Pussywhipped
  • Bukkake tears
  • Fucking my heart in the ass
  • The burden of being wonderful
  • Party like tomorrow is the end of the world
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