Five Dollar Crackbitch - Dehumanization - Cover
Große Ansicht

Five Dollar Crackbitch Dehumanization


  • Label: Saol/H'ART
  • Laufzeit: 30 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die aufmüpfigste Nutte seit Erfindung des Todesbleis.

Fünf Musiker aus Andernach räumen auf im Stundenhotel! Stefan Höfer (Gesang), Mariusz Samujlo (Schlagzeug), Mark Brenner (Bass), Bernd Schäfer und Daniel Michel (beide Gitarre) sind die billige Cracknutte des Death Metals. Und dennoch: was man sich auch immer unter einer solchen vorstellt - die fünf Musiker sind alles andere als abgehalftert, kaputt und verlebt. Ihr Debütalbum „Dehumanization“ zeigt eindrucksvoll, zu was die Buben imstande sind und ballert aus allen Rohren mit walzendem, hundsgemeinem Death Metal, der richtig weh tut. Ihre Fans wissen spätestens nach dem prestigeträchtigen Auftritt auf dem Death Feast 2013, was sie an der Five Dollar Crackbitch haben. Jetzt darf sich auch der Rest der Welt am Straight-forward-Gebolze erfreuen.

Death Metal, nicht mehr und nicht weniger. Die Crackbitches vergleichen ihren Sound selbst mit Gozillas Ausflug nach Tokio. Und da sollen sie Recht behalten. Ihr „Dehumanization“ ist eine einzige Zerstörungsorgie, die gottlob auch nicht mehr sein will und dem Hörer keine Verschnaufpause lässt. Nach dem atmosphärischen, doch recht überflüssigen Intro greifen die Jungens direkt in die Vollen und bombardieren den Hörer mit durchgängig brachialer Zerstörungswut. Wer bis hier gelesen hat und der Meinung ist, er oder sie sei nicht Death-affin genug, kann das Schäferstündchen mit der billigen Cracknutte direkt knicken und soll sich lieber um die Death-Prog-Edelhure nebenan kümmern. Das wäre natürlich schade, denn man kriegt für die fünf Dollar einiges geboten. Voll auf die Fresse gibt es bei den knackig gehaltenen „Deathbeat At Dawn“, „Piece Of Flesh“ und dem durch interessant eingebundene Percussion ziemlich spaßigen und grindigen „Eradication“. Der Puff verwandelt sich augenblicklich in einen Moshpit. Ein wenig filigraner sind die längeren „Written In Blood“ und „Remains Of Life“ sowie der Titeltrack, in dem Five Dollar Crackbitch nicht nur ein Mal mit Elementen des Technical Death flirten. Hier gibt es nicht nur Nahrung fürs Herz, sondern auch fürs Hirn. Ihre Instrumente beherrschen die Burschen ohne Frage. Und in Sachen Gesang ist der Frontmann Stefan auch ein herrlich widerwärtiges Ekelpaket. Genau so geht das!

Die knapp halbstündige Angelegenheit, abzüglich des Intro-Fillers, ist dann allerdings schneller vorbei als es einem lieb ist. Klar, es ist fast schon eine Tradition, dass Extreme Metal kurz und knackig gehalten werden muss. Die Grenze von 30 Minuten wird eben auch nicht von den großen Helden des Genres gesprengt und wer allen Ernstes eine längere Spielzeit einplant, läuft sehr schnell Gefahr, zu langweilen oder sich zu wiederholen. Dennoch hätte es „Dehumanization“ gut getan, wenn es einen Tick länger geworden wäre. Der Five Dollar Crackbitch merkt man an, dass sie schöne Einfälle hat, von denen man einfach mehr hätte hören wollen. Da ist es schade, dass sich ihr Debütalbum am Ende wie eine EP anfühlt. Für die schnelle Keilerei zwischendurch ist „Dehumanization“ aber eine durch und durch bombensichere Angelegenheit. Und überhaupt: Die Jungs besitzen enormes Potential, was künftig noch für einen gewaltigen Aufschrei sorgen wird.

Anspieltipps:

  • Written In Blood
  • Remains Of Life
  • Dehumanization
  • Eradication

Neue Kritiken im Genre „Death Metal“
Diskutiere über „Five Dollar Crackbitch“
comments powered by Disqus