Mantar - Death By Burning - Cover
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Mantar Death By Burning


  • Label: Svart Records/CARGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die verfaulte Frucht vom Zankapfelbaum.

„Die frühen Melvins, Motörhead, Darkthrone. Ihr sagt es! Nennt es aber bitte nicht Sludge.“ So erklären die zwei Hamburger Jungs von Mantar, gegründet im Jahr 2013, ihre musikalische Inspiration. Noch ungewöhnlicher als die Einflüsse, erscheint die Tatsache, dass Hanno Klänhardt (Gesang, Gitarre) und Erinc Sakara (Gesang, Schlagzeug) zwar ein weiteres dieser Extreme-Metal-Duos sind, sie diese Limitierung aber gar nicht als eine solche sehen. Im Gegenteil: Klänhardt und Sakara sind Minimalisten und haben mit ihrem Debüt „Death By Burning“ dem blitzblank polierten Produktionswahn unserer heutigen Zeit mal eben inoffiziell den Kampf angesagt. Und nebenbei schicken sie ein äußerst gewaltiges und ziemlich krudes Werk ins Rennen.

Da ist es schwer, den Begriff „Sludge“ nicht zu verwenden, denn dieser kommt dem unglaublich schmutzigen, düsteren und furztrockenen Sound auf „Death By Burning“ eben doch am nächsten. Allenfalls kann man ihn irgendwo zwischen Black Metal, Stoner und modernem Doom sehen. Mit anderen Worten: Mantar (türkisch für Pilz) machen es auf die zünftige Weise und überraschen damit, dass ihre reduzierte Idee, lediglich mit Gitarre und Schlagzeug den groben, musikalischen Rahmen zu formen, tatsächlich funktioniert. Während hart rumpelnde Nummern wie „Spit“, „Astral Kannibal “, das wahnsinnig energiegeladene „White Nights“ oder „Swinging The Eclipse“ gerade dadurch eine besonders intensive Klanggewalt erhalten und stellenweise angenehm monoton wirken, werden rockigere Kompositionen erstaunlicherweise ziemlich dynamisch präsentiert. „Into The Golden Abyss“, „The Huntsmen“ und „The Stoning“ sind beinahe zugängig und locker vorgetragen. Besonders gegen Ende wird „Death By Burning“ insgesamt ein wenig leichter zu erfassen. Dennoch lebt das gesamte Album von Extremen: das Schleppende, das Zähe, das Heftige konkurrieren mit Grooves und Eingängigkeit, wodurch interessante Kontraste entstehen und die vorhandene Gewaltigkeit noch mal ein wenig in den Vordergrund gerückt wird.

Ohne Frage ist hier ein klares Potential zum Polarisieren vorhanden: Dieses Kleinod will und soll nicht allen gefallen. An wen ist das Album denn nun gerichtet? Zu sagen, dass Mantars „Death By Burning“ ein großes Zielpublikum finden wird, wäre glatt gelogen. Und dennoch ist es mehr als nur ein kurzes Anspielen wert. Aufgeschlossene und experimentierfreudige Metaler finden ein herrlich eigenständiges Werk, das zwar auf den ersten Blick äußerst minimalistisch wirken mag, doch nach und nach viele kleine Details offenbart. Dann entfaltet sich die wahre Klasse des Albums. „Death By Burning“ ist ein verschrobener, komplett unter Strom stehender Megalith. Schöngeister lassen die Finger vom Teil, ebenso der gemeine Metaler, der sich zu Thrash-Salven die Fresse polieren will.

Anspieltipps:

  • Spit
  • Into The Golden Abyss
  • Swinging The Eclipse
  • The Stoning
  • White Nights

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