Matt Schofield - Far As I Can See - Cover
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Matt Schofield Far As I Can See


  • Label: Mascot Records
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Standards kann man setzen oder ihnen folgen. Matt Schofield tut Letzteres und verpasst es, sich in Szene zu setzen.

Handelt es sich bei Matt Schofield um ein unglaubliches Blues-Talent oder ist der britische Blues-Sektor schlichtweg nicht allzu groß ausgeprägt. Vielleicht trifft auch einfach beides zu. Auf „Far As I Can See“ kann Schofield nur wenige Argumente für sich sprechen lassen und entführt Hörer auf eine recht unspektakuläre Reise, die neben wenigen Blicken auf Rock'n'Roll nur Blues-Mittelmaß bietet.

Wenn die zitierten Stücke durchgehend dem groß angelegten Stil eines „From Far Away“ folgen würden, dann wäre die Tatsache, dass Schofield Standards folgt, anstatt sie zu setzen, wohl leicht zu verkraften. Mit Herzblut gespielte Gitarrensoli und griffige Melodien ergeben auch ohne eigene Note unterhaltsame Blues-Musik. Musikalisch auf dieser Linie und mit dieser Qualität überzeugend sind dann allerdings nur noch „Getaway“, „Breaking Up Somebodies Home“ und das verführerische „Yellow Moon“. Diese Tracks schaffen es, über flüssige Arrangements und gute Melodien zu gefallen.

Ansonsten verschiebt und verschleppt Schofield das Tempo stets unnötigerweise, was besonders während des Brockens „The Day You Left“ offensichtlich wird. Aus unersichtlichen Gründen klimpern Instrumente vor sich hin und statt Emotion herrscht Wiederholung, die über den großen Zeitraum für Desinteresse sorgt. Auch die „Orgel“-Stücke „Clean Break“ und „Oakville Shuffle“ suhlen sich in vorgegebenen und bekannten Normen des Blues und vergessen, auch nur irgendetwas Neues mit an den Tisch zu bringen. Selbst das im Grunde gewollt mitreißende „Hindsight“ verliert durch vorhersehbare Soli und Abläufe viele Reize, die solche Lieder ins Mittelmaß absacken lassen.

Dass der Blues-Musiker vielleicht doch eine eigene Stimme hat, lässt unter anderem der zweite Brocken des Albums, „Red Dragon“, durchblicken. Hier deutet sich immer wieder ein stürmischer Prog-Rocker an, der sich dann doch selbst ausbremst und letztlich in langwieriger Leere und nicht in umwerfenden Sounds endet. Ähnlich wie in „Hindsight“ stimmen die Elemente, doch das Ergebnis ist halbgar und den Stärken stehen zu viele qualitative Schwächen gegenüber. „Far As I Can See“ ist somit ein verwässertes Ergebnis, welches seine Höhepunkte stets selbst ausbremst und die nötige Eigenständigkeit im Genre vermissen lässt, um wirklich hervorstechen zu können.

Anspieltipps:

  • From Far Away
  • Getaway
  • Yellow Moon

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