Breton - War Room Stories - Cover
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Breton War Room Stories


  • Label: Believe Digital/SOULFOOD
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Breton probieren sich weiter aus, ohne sich zu verlieren.

Vom Plattenbau auf dem Cover ihres Debüts, geht es nun auch körperlich nach Berlin. Im alten DDR-Funkhaus haben Breton ihren Zweitling „War Room Stories“ aufgenommen. In Form kleiner Soundschnipseln, die sich in den Tracks des Werks verstecken, hat das alte Gebäude auch klanglich seinen Weg in die Musik der South Londoner gefunden. Diese mussten ihr Londoner Studio, „BretonLabs“ genannt, zuvor gegen Abrissbirnen aufgeben.

Ein wirklicher Neuanfang ist es für das Quintett allerdings nicht. Breton sind auch weiterhin als Film-Kollektiv tätig, die ihr ganzes Selbst in ihren Werken verarbeiten wollen. Das Auditive oder das Visuelle allein scheint ihnen dafür nicht zu genügen. Seltsam eigentlich, angesichts der vielseitigen und voluminösen Tracks auf „War Room Stories“, die ihrem Debüt und den EPs davor in nichts nachstehen. Mit Streichern und Elektro-Elementen wie in „National Grid“ oder „Brothers“ werden wieder Genres überschritten. Die Bässe sind in Tracks wie „Legs & Arms“ und „Got Well Soon“ wieder gewohnt wuchtig.

Trotz dieser Parallelen zu den vorherigen Werken klingen Breton frisch. Das wird nicht zuletzt an den immer wieder neuen Klängen liegen, die die Jungs ihrer Indie-Soundbasis beifügen. Dieses Mal sind es vermeintliche Field Recordings und ein noch größerer Schwerpunkt auf elektronischen Elementen, die ihren bisherigen Stil aber vor allem bereichern, anstatt ihn komplett umzukrempeln. Ein gutes Beispiel ist „302 Watchtowers“, das sich gerade anfangs an HipHop orientiert, aber mit Kuhglocken, Lyrics und Field Recordings ebenfalls vieles von Bretons eigenem Charme in sich trägt.

Breton erfinden sich mit „War Room Stories“ nicht neu, sondern bleiben sich treu. Doch statt wie eine Ziege zu wirken, die an einen Pfahl gebunden ihre nächsten Einflüsse abgrast, scheint sich das Kollektiv frei zu bewegen, aufzugreifen was gefällt, und es sich einzuverleiben. Das klingt wunderbar und macht Spaß. Mit „Fifteen Minutes“ entlässt das Album den Hörer dann auch mit einem zunächst entspannten, dann energetischen Track ins Leben.

Anspieltipps:

  • S4
  • Got Well Soon
  • Search Party
  • Fifteen Minutes

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