King Midas - Rosso - Cover
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King Midas Rosso


  • Label: Fysisk Format
  • Laufzeit: 43 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Anstatt dass alles, was King Midas anfassen, zu Gold wird, handelt es sich bei „Rosso“ eher um viel Lärm um nichts.

„Rosso“ wurde in der norwegischen Tagespresse groß gefeiert. Wer kann es der dort ansässigen Medienlandschaft verübeln, gerne wird der Hype um Musik aus dem eigenen Land befeuert und gefeiert. Großbritannien hat die Hype-Maschinerie schon in den 90er-Jahren perfektioniert. Der Rest Europas macht die Schose jedoch ebenfalls mit. Sei es die sympathische Band von nebenan oder der nächste Grand-Prix-Superstar: sie werden alle gerne zu gut bewertet. Aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer.

Mit ziemlich genau vier Monaten Verspätung soll auch der deutsche Markt von King Midas überzeugt werden, doch ihr „Rosso“ hat weder groß kommerzielles Potenzial, noch ist es der Geheimtipp auf den der Untergrund gewartet hat. Wenn „A Ship Glides Through The Night“ knapp sieben Minuten einen mäßigen Lounge-Track zum Besten gibt, um so auf den neu aufgelegten 80er-Jahre-Pop in „Colorsound“ und „You Know My Name“ vorzubereiten, ist all das Lob nun wirklich nicht zu verstehen.

Dass eine Band es schafft eine Vielzahl von Instrumenten zusammenzuklatschen, ist noch keine Kunst. In Dschungelgeräusche und Saxophonsoli muss man nicht immer gleich ein großartiges Konzept hinein lesen. Das machen die fünf Norweger auch ungemein schwer, da ihre Musik von der Struktur her extrem distanziert wirkt, vom Klang allerdings auf emotional gespielte Instrumente setzt, die sich mit der Kälte der Soundlandschaften selten verstehen. Das Saxophon ist nur die offensichtlichste Schicht dieser Musik, welche die Unzulänglichkeiten des Albums offenlegen.

Nummern wie die nichtssagende Interlude „On The Way To Luton“ und fehlgeschlagene Mischungen aus 80er-Pop und Rock in „Leaving Biarritz“ lassen bestenfalls verwirrte, aber kaum begeisterte Fans zurück. Man ist hin- und hergerissen und weiß selten, was diese Musik von einem will. Sie will mit ihren mangelnden Melodien nicht mitreißen oder begeistern, ist allerdings auch nie so anspruchsvoll, um einen progressiven Hörgenuss verbuchen zu können. Wenn die Band doch einmal den richtigen Dreh findet, wird das halbgare Potpourri durch starken und eingängigen Pop in „Snow“ und „Cy“ erlöst. Ansonsten scheinen sich King Midas auf „Rosso“ jedoch gewaltsam in ein Klangkostüm zu pressen, welches der Bewunderung und nicht der Berufung der Band entsprungen ist. Und das ist deutlich zu hören.

Anspieltipps:

  • Snow
  • Cy
  • Colorsound

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