Hirax - Immortal Legacy - Cover
Große Ansicht

Hirax Immortal Legacy


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 39 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ehrenrunden in der Oldschool.

In den letzten zehn Jahren ging es bei Hirax rund. Nach den Alben „The New Age Of Terror“ (2004) und „El Rostro De La Muerte“ (2009), einer DVD, zwei EPs, drei Kompilationen, diversen Singles und insgesamt fünf (!) Splitsingles (unter anderem mit Sodom und Violator) kann man gut und gerne behaupten, dass das Thrash-Quartett nicht aus faulen Säcken besteht. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich Zweitligisten eben noch mehr anstrengen müssen - groß geworden sind Hirax zusammen mit Bands, deren illustre Namen (Slayer, Overkill, Testament) heute jedes Kind kennt. Als Vorzeige-Act des Undergrounds überlebten Hirax bis heute. „Unsere Fans wissen genau, dass wir sie niemals enttäuschen werden“, so Bandleader Katon W. de Pena. Und das sagt ja schon so ziemlich alles.

Nach drei Dekaden im Musikbusiness reichen Hirax mit „Immortal Legacy“ ihr fünftes Studioalbum ein, welches ebenfalls zum fünften Mal gar nicht mehr sein will, als es tatsächlich ist. Es ist en vogue, oldschoolig zu klingen, für Hirax ist die Oldschool jedoch immer noch die aktuelle. Was sie in den 80er-Jahren begannen, wurde in die Gegenwart mitgeschleppt. Deshalb ist „Immortal Legacy“ ein Album, das genauso gut vor einem Vierteljahrhundert hätte veröffentlicht werden können und den Zeitgeist getroffen hätte. Auf dem Cover-Artwork befindet sich ein Barbar mit blutverschmiertem Schwert, und zwar lange, bevor dies zum guten Ton einer True-Metal-Kapelle wurde. Und musikalisch? Nun, Thrash-Monstrositäten am laufenden Band und das im Rahmen einer traditionellen Spielzeit von unter 40 Minuten. Kompositionen wie „Thunder Roar, The Conquest, La Boca De La Bestia“, „Tied To The Gallows Pole“ oder „Violence Of Action“ geben dem alten Gaul hundsgemein die Sporen. Die Band aus dem kalifornischen Buena Park gehen unbeschwert ihrem Job nach, machen ordentlich Dampf und bekommen nach vielen Jahren endlich die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Namhafte Gäste wie Jim Durkin (Dark Angel), Juan Garcia (Agent Steel) und Rocky George (Suicidal Tendencies) steuerten Gitarrenspuren bei, was „Immortal Legacy“ einen gewissen Eventcharakter gibt. Zusammen mit der extrem klaren und druckvollen Produktion wird dem Hörer somit ein gewaltiger Dampfhammer in die Anlage gerammt.

Die Frage, wie relevant Hirax heute noch sind, ist müßig, da wir es mit Veteranen zu tun haben, die nicht einfach künstlich das 80s-Gefühl heraufbeschwören wollen, sondern als Relikt dieses Jahrzehnts in der Gegenwart so sind, wie man sie eben kennen gelernt hat. Dabei profitiert die Band von einer astreinen, modernen Produktion, welche heute entgegen jeder Authentizitätsdebatte einfach Pflicht sein sollte. Zehn Mal (die zwei sehr kurzen „Earthshaker“ und „S.O.W.“ mal ausgenommen) gibt es die thrashige Pulverisierung der alten Garde. Ein wenig mehr Abwechslung hätte den US-Amerikanern allerdings deutlich gut getan, da vieles einfach auf Nummer sicher in die Gehörgänge gerumpelt wird. Schwach ist auf „Immortal Legacy“ kein Song, wirkliche Überdinger sucht man allerdings ebenfalls vergebens. Wer aber gerne noch das eine oder andere Klassentreffen der alten Schule besuchen will, findet mit Hirax einen Begleiter, der die unbeschwerte Zeit von damals noch einmal Revue passieren lässt. Warum auch nicht?

Anspieltipps:

  • Hellion Rising
  • Thunder Roar, The Conquest, La Boca De La Bestia
  • Tied To The Gallows Pole
  • Immortal Legacy
  • Violence Of Action

Neue Kritiken im Genre „Thrash Metal“
7/10

Out Of The Frontline Trench EP
  • 2019    
Diskutiere über „Hirax“
comments powered by Disqus